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Schnarch-Check: Welcher Schnarchtyp bin ich?
Acht Fragen ordnen ein, ob Nase, Mund, Schlaflage, Unterkiefer, Gaumen oder Gewohnheiten das Schnarchen prägen, und nennen passende Mittel oder den Weg zur Abklärung.
Ergebnis
Die Nase ist der wahrscheinliche Engpass
Die Antworten sprechen dafür, dass eine verstopfte oder enge Nase das Schnarchen begünstigt. Das Geräusch entsteht zwar im Rachen, eine behinderte Nasenatmung gilt laut S3-Leitlinie zum Schnarchen aber als Risikofaktor. Bei einer Engstelle vorn in der Nase empfiehlt die Leitlinie einen Therapieversuch mit Nasendilatatoren. Ist die Nase dauerhaft verlegt, klärt eine HNO-ärztliche Untersuchung, ob Nasenscheidewand, Nasenmuscheln oder eine Allergie dahinterstecken. Ein Mundpflaster ist bei verstopfter Nase ungeeignet.
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Schnarchen mit offenem Mund
Die Antworten deuten auf Schnarchen bei offenem Mund hin, ohne dass die Nase als Hauptursache auffällt. Bei offenem Mund sinkt der Unterkiefer zurück, und die Atmung weicht auf den Mund aus. Hilfsmittel, die den Mund schließen, sind nur bei frei durchgängiger Nase sinnvoll und kaum untersucht; ein systematischer Review von 2025 warnt beim Mundpflaster vor Risiken bei verlegter Nase. Vor jedem Versuch sollte man prüfen, ob man mit geschlossenem Mund mühelos durch die Nase atmet.
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Zunge und Unterkiefer stehen im Vordergrund
Die Antworten sprechen für Schnarchen, an dem ein zurückliegender Unterkiefer und der Zungengrund beteiligt sind: Geschnarcht wird auch mit geschlossenem Mund und in jeder Lage. Hier setzt die Unterkieferprotrusionsschiene an, die den Unterkiefer nach vorn hält und den Rachen weitet. Die S3-Leitlinie zum Schnarchen empfiehlt sie in geeigneten Fällen mit dem höchsten Empfehlungsgrad und verlangt Anpassung und Kontrolle mit zahnmedizinischer und schlafmedizinischer Expertise. Voraussetzung sind ausreichend feste Zähne und ein beweglicher Unterkiefer.
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Schnarchen vor allem in Rückenlage
Die Antworten zeigen ein lageabhängiges Schnarchen: In Rückenlage sinken Zunge und Gaumensegel nach hinten und verengen den Rachen. Für dieses Muster empfiehlt die S3-Leitlinie zum Schnarchen einen Therapieversuch mit Rückenlageverhinderung, auch wenn die Studienlage für einfaches Schnarchen dünn ist. Bei lageabhängiger Schlafapnoe wurden aktive Vibrationssysteme besser genutzt als Rucksack oder Tennisball. Ob das Schnarchen lageabhängig ist, lässt sich mit Aufnahmen und einer Notiz zur Schlaflage prüfen.
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Weiterlesen: Anti-Schnarch-Geräte
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Wahrscheinlich Gaumenschnarchen
Keine Antwort weist eindeutig auf Nase, Mund, Lage oder Unterkiefer. Damit liegt das häufigste Muster nahe: Laut S3-Leitlinie entsteht einfaches Schnarchen vornehmlich durch Vibration des weichen Gaumens. Sicher bestimmen lässt sich die Quelle nur bei einer HNO-ärztlichen Untersuchung. Die Leitlinie empfiehlt in geeigneten Fällen eine Unterkieferprotrusionsschiene und, wenn der Gaumen die vermutete Quelle ist und ein Behandlungswunsch besteht, gering invasive Eingriffe wie die Radiofrequenztherapie. Für Muskelübungen hielt sie die Datenlage 2019 noch nicht für ausreichend.
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Weiterlesen: Schnarchen ärztlich abklären
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Abendgewohnheiten und Gewicht als Hebel
Die Antworten zeigen vor allem Faktoren, die das Schnarchen verstärken: Alkohol oder Schlafmittel am Abend und ein gestiegenes Gewicht. Alkohol lässt die Muskulatur im Rachen erschlaffen; eine Metaanalyse fand nach Alkohol stärkeres Schnarchen. Die S3-Leitlinie zum Schnarchen empfiehlt jedem übergewichtigen Schnarcher, das Gewicht zu reduzieren, auch wenn die Datenlage begrenzt ist. Wer Alkohol am Abend weglässt und den Verlauf mit Aufnahmen über mehrere Wochen dokumentiert, sieht, wie viel diese Faktoren ausmachen.
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Ergebnis
Bitte ärztlich abklären lassen
Beobachtete Atemaussetzer oder häufiges ungewolltes Einnicken am Tag können auf eine Schlafapnoe hindeuten. Dann ist das Schnarchen nicht nur ein Geräusch, sondern kann ein Zeichen einer behandlungsbedürftigen Atmungsstörung sein. Die S3-Leitlinie zum Schnarchen empfiehlt bei diesem Verdacht eine schlafmedizinische Messung, etwa eine Polygraphie. Erste Anlaufstelle ist meist die hausärztliche Praxis. Den Weg beschreiben die Seiten Atemaussetzer beim Schlafen und Schlaflabor. Hilfsmittel sollten erst nach dieser Abklärung gewählt werden.
Weiterlesen: Abklärung & Medizin
So rechnet der Schnarch-Check
Was der Schnarch-Check misst
Der Schnarch-Check ordnet anhand von acht Fragen ein, welcher Bereich der oberen Atemwege beim eigenen Schnarchen am wahrscheinlichsten beteiligt ist. Abgefragt werden Mundöffnung im Schlaf, Schlaflage, verstopfte Nase, die Lage des Unterkiefers, Alkohol und Schlafmittel am Abend, Gewichtszunahme sowie zwei Warnzeichen: vom Partner beobachtete Atemaussetzer und häufiges ungewolltes Einnicken am Tag. Die Auswahl folgt den Punkten, die die S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ für das ärztliche Anamnesegespräch nennt: Auftreten im Verlauf der Nacht und lageabhängig, auslösende Faktoren wie Alkohol, Nikotin und Nasenatmungsbehinderung, schlafbezogene Atempausen, Tagesschläfrigkeit sowie Übergewicht. Der Check misst nichts im physikalischen Sinn. Er wertet Selbstauskünfte und Beobachtungen des Partners aus und liefert eine Arbeitshypothese, keine Diagnose.
Wie die Antworten einem Schnarchtyp zugeordnet werden
Jede Antwort vergibt Punkte an einen oder mehrere von sechs Schnarchtypen: Nase, Mund, Rückenlage, Zunge und Unterkiefer, Gaumen sowie Lebensstil. Häufig verstopfte Nase zählt drei Punkte für Nase, nur gelegentlich verstopfte Nase einen. Offener Mund zählt drei Punkte für Mund. Schnarchen fast nur in Rückenlage zählt vier Punkte für Rückenlage, deutlich stärker in Rückenlage zwei. Ein zurückliegender Unterkiefer zählt drei Punkte für Zunge, geschlossener Mund und Schnarchen in jeder Lage je einen weiteren. Der Gaumen startet mit einem Grundpunkt und erhält je einen Punkt für geschlossenen Mund, Schnarchen in jeder Lage und einen nicht zurückliegenden Unterkiefer. Regelmäßiger Alkohol oder Schlafmittel zählen zwei Punkte für Lebensstil, gelegentlicher einen, eine Gewichtszunahme zwei. Ergebnis ist der Typ mit den meisten Punkten. Bei Gleichstand entscheidet eine feste Reihenfolge: Nase vor Rückenlage, Mund, Lebensstil, Zunge und Gaumen. Die Reihenfolge stellt Ursachen nach vorn, die sich einfach und ohne Eingriff prüfen lassen. Der Grundpunkt für den Gaumen bildet ab, dass einfaches Schnarchen laut Leitlinie vornehmlich auf Ebene des weichen Gaumens entsteht; ohne eindeutige Hinweise auf einen anderen Bereich lautet das Ergebnis deshalb Gaumen. Zu jedem Typ nennt das Ergebnis drei Einträge aus dem Mittel-Verzeichnis und einen weiterführenden Ratgeber.
Warum Warnzeichen Vorrang haben
Zwei Antworten setzen die Punktwertung außer Kraft: beobachtete Atemaussetzer und häufiges ungewolltes Einnicken am Tag. In beiden Fällen lautet das Ergebnis „ärztlich abklären“, ohne Kaufempfehlung. Grundlage ist die Empfehlung der S3-Leitlinie, eine objektivierende schlafmedizinische Untersuchung wie eine Polygraphie durchzuführen, wenn der Verdacht auf eine andere schlafbezogene Atmungsstörung besteht. Beobachtete Atemaussetzer und Müdigkeit sind Bestandteile des STOP-Bang-Fragebogens, der zur Einschätzung des Risikos einer obstruktiven Schlafapnoe entwickelt wurde (Chung 2016). Die Frage nach dem Einnicken lehnt sich an die Situationen der Epworth-Schläfrigkeitsskala an (Johns 1991), ersetzt diese aber nicht; der vollständige Fragebogen steht auf der Seite /epworth-schlaefrigkeitsskala/. Das IQWiG-Portal gesundheitsinformation.de formuliert es so: Schnarchen an sich ist harmlos, erst wenn Atemaussetzer hinzukommen, spricht man von einer Schlafapnoe. Als typisches Zeichen nennt es starke Müdigkeit am Tag bis hin zum unfreiwilligen Einnicken, vor allem bei sitzenden Tätigkeiten.
Grenzen des Checks
Die S3-Leitlinie hält fest, dass validierte Fragebögen zur Erfassung des Schnarchens im deutschen Sprachraum nicht verfügbar sind. Auch dieser Check ist nicht validiert; die Punktwerte sind eine redaktionelle Gewichtung der in den Leitlinien beschriebenen Zusammenhänge, keine statistisch ermittelten Gewichte. Den Ort des Schnarchens bestimmen Ärztinnen und Ärzte durch Untersuchung, bei Bedarf mit einer medikamentös induzierten Schlafendoskopie. Häufig sind mehrere Bereiche beteiligt; der Check zeigt nur den wahrscheinlichsten. Er kann eine Schlafapnoe weder feststellen noch ausschließen. Wer allein schläft, kann Atemaussetzer nicht beobachten; die Antwort „weiß ich nicht“ löst deshalb keine Entwarnung aus. Schnarchen ohne Atemaussetzer gilt laut Leitlinie derzeit nicht als Erkrankung mit medizinischer Gefährdung, eine Behandlung richtet sich nach dem Wunsch der Betroffenen.
Beispielrechnung
Eine Person schnarcht mit geschlossenem Mund in jeder Lage, die Nase ist selten verstopft, eine Zahnarztpraxis hat einen Rückbiss festgestellt, Alkohol am Abend gibt es nie, das Gewicht ist stabil, Atemaussetzer wurden nicht beobachtet und Einnicken am Tag kommt praktisch nie vor. Die Sicherheitsregel greift nicht. Zunge erhält drei Punkte für den Rückbiss, einen für den geschlossenen Mund und einen für Schnarchen in jeder Lage, zusammen fünf. Gaumen erhält den Grundpunkt sowie je einen Punkt für geschlossenen Mund und jede Lage, zusammen drei. Alle übrigen Typen bleiben bei null. Ergebnis: Zunge und Unterkiefer. Hätte dieselbe Person angegeben, häufig ungewollt einzunicken, lautete das Ergebnis unabhängig von den Punkten „ärztlich abklären“.
Quellen und Stand
S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“, AWMF-Register-Nr. 017/068, DGHNO-KHC, Stand März 2019, gültig bis Januar 2024; laut AWMF-Register in Überarbeitung, eine Nachfolgefassung lag am 01.10.2026 nicht vor. S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“, Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“, AWMF-Register-Nr. 063/001, DGSM, Version 2.0 von 2017 mit Teil-Aktualisierung 2020 (Somnologie). gesundheitsinformation.de: Obstruktive Schlafapnoe sowie Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe, jeweils Stand Juli 2026. Johns MW: Epworth Sleepiness Scale, Sleep 1991. Chung F et al.: STOP-Bang Questionnaire, Chest 2016. Burgos-Sanchez C et al.: Alkohol und Schnarchen, Metaanalyse, 2020. Geprüft am 01.10.2026; die Zuordnung wird bei Erscheinen der überarbeiteten Leitlinie neu bewertet.
Geprüfte Testfälle
- mund: zu, lage: jede_lage, nase: selten, kiefer: ja, alkohol: nie, gewicht: nein, aussetzer: nein, muedigkeit: nie → Zunge und Unterkiefer stehen im Vordergrund
- mund: zu, lage: jede_lage, nase: selten, kiefer: ja, alkohol: nie, gewicht: nein, aussetzer: nein, muedigkeit: oft → Bitte ärztlich abklären lassen
- mund: offen, lage: rueckenlage_nur, nase: oft, kiefer: nein, alkohol: regelmaessig, gewicht: ja, aussetzer: ja, muedigkeit: nie → Bitte ärztlich abklären lassen
- mund: offen, lage: jede_lage, nase: oft, kiefer: nein, alkohol: nie, gewicht: nein, aussetzer: nein, muedigkeit: nie → Die Nase ist der wahrscheinliche Engpass
- mund: offen, lage: jede_lage, nase: selten, kiefer: nein, alkohol: nie, gewicht: nein, aussetzer: nein, muedigkeit: manchmal → Schnarchen mit offenem Mund
- mund: zu, lage: rueckenlage_nur, nase: selten, kiefer: nein, alkohol: gelegentlich, gewicht: nein, aussetzer: nein, muedigkeit: nie → Schnarchen vor allem in Rückenlage
- mund: zu, lage: jede_lage, nase: selten, kiefer: nein, alkohol: regelmaessig, gewicht: ja, aussetzer: unbekannt, muedigkeit: manchmal → Abendgewohnheiten und Gewicht als Hebel
- mund: unbekannt, lage: unbekannt, nase: selten, kiefer: unbekannt, alkohol: nie, gewicht: nein, aussetzer: unbekannt, muedigkeit: nie → Wahrscheinlich Gaumenschnarchen
Häufige Fragen zum Schnarch-Check
Ist der Schnarch-Check eine Diagnose?
Nein. Der Check wertet Selbstauskünfte aus und zeigt, welcher Bereich der Atemwege am wahrscheinlichsten beteiligt ist. Den Ort des Schnarchens und eine mögliche Schlafapnoe klären nur eine ärztliche Untersuchung und bei Bedarf eine schlafmedizinische Messung.
Warum zeigt der Check bei Atemaussetzern keine Hilfsmittel an?
Beobachtete Atemaussetzer oder häufiges ungewolltes Einnicken können auf eine Schlafapnoe hindeuten. Die S3-Leitlinie empfiehlt dann eine schlafmedizinische Untersuchung. Hilfsmittel aus Drogerie oder Online-Handel sollen diese Abklärung nicht ersetzen oder verzögern.
Was bedeutet das Ergebnis Gaumen, wenn keine Antwort eindeutig war?
Laut S3-Leitlinie entsteht einfaches Schnarchen vornehmlich am weichen Gaumen. Gibt es keine klaren Hinweise auf Nase, Mund, Lage oder Unterkiefer, nimmt der Check deshalb den Gaumen als wahrscheinlichsten Ort an. Eine HNO-ärztliche Untersuchung kann das bestätigen.
Kann man mehrere Schnarchtypen gleichzeitig haben?
Ja, häufig sind mehrere Bereiche beteiligt, etwa eine enge Nase und ein schlaffer Gaumen. Der Check zeigt nur den Typ mit den meisten Punkten. Wer mit dem empfohlenen Mittel keinen Erfolg hat, kann den nächstwahrscheinlichen Bereich prüfen oder ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- AWMF-S3-Leitlinie 017-068 „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ (DGHNO-KHC; gültig bis 01/2024, laut AWMF in Überarbeitung) (Stand 2019-03)
- AWMF-S3-Leitlinie 063-001 „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“ (DGSM), Version 2.0 (Stand 2017-08)
- AWMF-S3-Leitlinie 063-001, Teil-Aktualisierung „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“ (DGSM), Somnologie 2020 (Stand 2020-09)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-07)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe (Stand 2026-07)
- Johns M. W.: A new method for measuring daytime sleepiness: the Epworth sleepiness scale. Sleep (Stand 1991-12)
- Chung F. et al.: STOP-Bang Questionnaire: A Practical Approach to Screen for Obstructive Sleep Apnea. Chest (Stand 2016-03)
- Burgos-Sanchez C. et al.: Impact of Alcohol Consumption on Snoring and Sleep Apnea: A Systematic Review and Meta-analysis. Otolaryngology–Head and Neck Surgery (Stand 2020-12)