Gaumen & Operation

Laser-OP am Gaumen (LAUP)

Operation, bei der Gewebe an Gaumensegel und Zäpfchen mit dem Laser abgetragen und gestrafft wird.

  • BezugswegHNO-Praxis oder HNO-Klinik nach Untersuchung.

Kurz beantwortet

Eine Laser-OP am Gaumen kann Gaumenschnarchen mindern. In einer randomisierten Studie wirkte sie ähnlich wie die Radiofrequenz-Variante, verursachte aber anfangs mehr Schmerzen und häufiger Narbenzug. Nach drei bis vier Jahren nahm das Schnarchen wieder zu. Die S3-Leitlinie bevorzugt grundsätzlich die am wenigsten invasiven Verfahren.

Bei der laserassistierten Uvulopalatoplastik, kurz LAUP, trägt der Operateur mit einem Laser Gewebe am Gaumensegel und am Zäpfchen ab. In der Heilungsphase vernarbt das Gewebe und zieht sich zusammen, wodurch der weiche Gaumen straffer wird und im Schlaf weniger vibriert. Der Eingriff gehört zur Gruppe der Weichgaumenchirurgie, wird aber weniger ausgedehnt als die klassische Gaumensegel-OP durchgeführt.

Passend ist das Verfahren für Schnarchen, dessen Quelle der weiche Gaumen ist, und nur nach einer Untersuchung, die eine Schlafapnoe ausschließt. Die S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ empfiehlt bei Gaumenschnarchen operative Eingriffe am Weichgaumen anzubieten, dabei aber unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie die gering invasiven Verfahren einzusetzen.

Zum Belegstand: In einer randomisierten Studie, die die Leitlinie anführt, wurden die laser- und die radiofrequenzunterstützte Variante direkt verglichen. Beide reduzierten das Schnarchen, ohne signifikanten Unterschied. Die Laser-Variante ging anfangs mit mehr Schmerzen einher, nach zwei Wochen glichen sich die Gruppen an. Fremdkörpergefühl und Narbenkontrakturen traten nach der Laser-OP häufiger auf. In einer Langzeitbeobachtung war das Schnarchen nach sechs Monaten deutlich gebessert, nach 36 bis 50 Monaten aber wieder signifikant lauter, wenn auch unter dem Ausgangswert. Für die Schlafapnoe stellt die Teil-Aktualisierung der Leitlinie zu schlafbezogenen Atmungsstörungen 2020 fest, dass für die laserassistierte Weichgaumenchirurgie keine ausreichende Evidenz vorliegt.

Zum Ablauf: Nach dem Eingriff sind Schmerzen beim Schlucken zu erwarten; in der Vergleichsstudie waren sie in den ersten Tagen stärker als nach der Radiofrequenz-Variante und nach zwei Wochen vergleichbar. Wie bei Gaumeneingriffen allgemein beruht der in Studien gemessene Erfolg überwiegend auf Einschätzungen der Bettpartner mit Analogskalen, was die Leitlinie als gewisse Subjektivität einordnet. Vor dem Eingriff steht wie bei jeder Gaumenoperation die Untersuchung, die eine Schlafapnoe ausschließt und den Gaumen als Quelle bestätigt.

Grenzen: Gewebe, das abgetragen wurde, lässt sich nicht wiederherstellen. Bei Schnarchen aus Nase, Zungengrund, bei Übergewicht oder bei Atemaussetzern ist die Laser-OP nicht der passende Weg.

Gering invasiver ist die Radiofrequenztherapie (Somnoplastik) gegen Schnarchen; die ausgedehntere Variante beschreibt Gaumensegel-OP (UPPP) gegen Schnarchen. Den Vergleich der Eingriffe zeigt OP gegen Schnarchen; ohne Operation kommt die Unterkieferprotrusionsschiene in Frage, siehe Schnarchschiene.

Die wichtigsten Fakten

WirkprinzipLaserassistierte Uvulopalatoplastik: Mit dem Laser werden Teile von Gaumensegel und Zäpfchen abgetragen; die Vernarbung strafft den weichen Gaumen.
SchnarchtypSchnarchen, dessen vermutete Quelle der weiche Gaumen ist.
BelegstandIn einer randomisierten Studie ähnliche Schnarchreduktion wie die Radiofrequenz-Variante, aber anfangs mehr Schmerzen und häufiger Fremdkörpergefühl und Narbenzug; Effekt nimmt nach Jahren wieder ab (S3-Leitlinie Schnarchen AWMF 017-068, Stand 03/2019); bei Schlafapnoe keine ausreichende Evidenz (S3-Leitlinie SBAS, Teil-Aktualisierung 2020).
BezugswegHNO-Praxis oder HNO-Klinik nach Untersuchung.
Für wen nichtBei Verdacht auf Schlafapnoe ohne vorherige Abklärung; wenn das Schnarchen nicht vom Gaumen ausgeht; laut Leitlinie Zurückhaltung bei Adipositas.
KostenübernahmeVorab mit der Krankenkasse klären; laut S3-Leitlinie gehören nicht alle Verfahren zur Schnarchtherapie zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (AWMF 017-068, Stand 03/2019).

Fragen und Antworten

Wie schmerzhaft ist eine Laser-OP gegen Schnarchen?

In einer randomisierten Vergleichsstudie verursachte die Laser-Variante in den ersten Tagen mehr Schmerzen als die radiofrequenzunterstützte Variante; nach zwei Wochen glichen sich die Gruppen an. Schluckbeschwerden in den ersten Tagen sind typisch.

Hält der Effekt einer Laser-OP dauerhaft?

Nicht verlässlich. In einer Langzeitbeobachtung war das Schnarchen nach sechs Monaten deutlich gebessert, nach drei bis vier Jahren aber wieder signifikant lauter, wenn auch noch leiser als vor der Operation.

Was ist der Unterschied zwischen Laser-OP und Radiofrequenztherapie?

Bei der Laser-OP wird Gewebe abgetragen, bei der Radiofrequenztherapie wird es im Inneren erwärmt und vernarbt, die Oberfläche bleibt weitgehend erhalten. Die S3-Leitlinie empfiehlt bevorzugt gering invasive Verfahren wie die Radiofrequenztherapie.

Hilft eine Laser-OP bei Schlafapnoe?

Für die laserassistierte Weichgaumenchirurgie sieht die Leitlinie zu schlafbezogenen Atmungsstörungen keine ausreichende Evidenz. Bei Verdacht auf Schlafapnoe steht eine schlafmedizinische Abklärung an erster Stelle; behandelt wird dann nach den dort empfohlenen Verfahren.

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