Nase

Nasenpflaster / Nasenstrips

Klebestreifen, die die Nasenflügel von außen aufspannen und so die Nasenklappe erweitern.

  • Preisklasse€
  • BezugswegDrogerie, Apotheke, Online-Handel; rezeptfrei.

Kurz beantwortet

Nasenpflaster helfen nur, wenn das Schnarchen mit einer engen Nasenklappe zusammenhängt. Für diesen Fall empfiehlt die S3-Leitlinie zum Schnarchen einen Therapieversuch mit Nasendilatatoren. Gemessen im Schlaflabor ist der Effekt uneinheitlich, eine Metaanalyse fand keine signifikante Änderung des Schnarchindex bei Schlafapnoe. Bei Schnarchen aus dem Gaumen oder durch die Zunge bewirkt ein Nasenpflaster wenig.

Ein Nasenpflaster ist ein äußerer Nasendilatator: Ein Klebestreifen mit eingearbeiteter Kunststofffeder liegt quer über dem Nasenrücken. Die Feder will sich gerade strecken und zieht dabei die Nasenflügel nach außen. Dadurch weitet sich die Nasenklappe, also der engste Abschnitt im vorderen Nasenbereich. Mehr Querschnitt bedeutet weniger Atemwiderstand beim Einatmen durch die Nase.

Schnarchen selbst entsteht laut S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ meist durch vibrierendes Weichgewebe im Rachen, häufig am Gaumensegel. Die Nase schnarcht nicht selbst, eine behinderte Nasenatmung kann das Schnarchen aber begünstigen, etwa weil der Unterdruck beim Einatmen steigt oder man auf Mundatmung ausweicht. Genau an dieser Stelle setzt das Pflaster an. Die Leitlinie empfiehlt deshalb bei einer Nasenatmungsbehinderung im Bereich der Nasenklappe einen Therapieversuch mit internen oder externen Dilatatoren.

Der Belegstand ist durchwachsen. Klinische Fallserien berichten meist von weniger Schnarchen, polysomnographische Messungen kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Eine Metaanalyse von Camacho und Kollegen (2016, 14 Studien) fand bei Menschen mit Schlafapnoe keine signifikante Änderung von Apnoe-Hypopnoe-Index, Sauerstoffsättigung oder Schnarchindex. Eine kleine randomisierte Studie bei chronischer Rhinitis (Pevernagie 2000) zeigte seltener Schnarchen, aber keine geringere Lautstärke. In einem Vergleich dreier frei verkäuflicher Schnarchhilfen ergab der Nasenstreifen weder objektiv noch subjektiv einen Vorteil gegenüber keiner Hilfe (Michaelson 2004).

Für die Anwendung gilt: Haut auf dem Nasenrücken vorher reinigen und trocknen, das Pflaster mittig über die Nasenflügel kleben und morgens langsam ablösen. Ob es wirkt, zeigt sich am schnellsten mit einer Aufnahme per Smartphone über mehrere Nächte, mit und ohne Pflaster. Ein einfacher Vorabtest: Zieht man die Wange neben dem Nasenflügel leicht nach außen und atmet dadurch spürbar freier, spricht das für eine enge Nasenklappe.

Grenzen: Schnarcht man auch bei freier Nase, liegt die Quelle meist im Rachen. Dann kommen andere Mittel in Frage, etwa eine Unterkieferprotrusionsschiene oder Lagetherapie. Bei vom Partner beobachteten Atemaussetzern oder starker Tagesmüdigkeit gehört die Abklärung zum Arzt, nicht ins Drogerieregal.

Alternativen für die Nase sind der innere Dilatator (Nasenspreizer / Nasendilatator gegen Schnarchen) und die magnetische Variante (Magnetische Nasenpflaster gegen Schnarchen). Den Überblick über Nasen- und Mundpflaster gibt der Ratgeber Pflaster gegen Schnarchen.

Die wichtigsten Fakten

WirkprinzipFedernder Kunststoffstreifen im Pflaster zieht die Nasenflügel nach außen und erweitert die Nasenklappe (äußerer Nasendilatator).
SchnarchtypSchnarchen bei behinderter Nasenatmung, vor allem bei Engstelle im Bereich der Nasenklappe.
BelegstandTherapieversuch bei Engstelle an der Nasenklappe empfohlen; Studien widersprüchlich, in Schlaflabor-Messungen kein einheitlicher Effekt (S3-Leitlinie Schnarchen AWMF 017-068, Stand 03/2019; Camacho et al. 2016).
Preisklasse€
BezugswegDrogerie, Apotheke, Online-Handel; rezeptfrei.
Für wen nichtBei Hautreizungen oder Wunden an der Nase; bei Verdacht auf Atemaussetzer erst ärztlich abklären.

Was oft gefragt wird

Wie schnell wirken Nasenpflaster gegen Schnarchen?

Die Weitung der Nasenklappe tritt sofort nach dem Aufkleben ein. Ob das Schnarchen dadurch leiser oder seltener wird, lässt sich nach wenigen Nächten beurteilen, am besten mit Aufnahmen per Smartphone im Vergleich mit Nächten ohne Pflaster.

Kann man Nasenpflaster jede Nacht verwenden?

Nasenpflaster sind für die nächtliche Anwendung gedacht. Begrenzend ist meist die Haut: Bei Rötung, Juckreiz oder kleinen Wunden auf dem Nasenrücken sollte man pausieren. Pflaster langsam und in Wuchsrichtung der Haut ablösen, um Reizungen zu vermeiden.

Helfen Nasenpflaster auch bei Schlafapnoe?

Nein, als Behandlung einer Schlafapnoe sind sie nicht geeignet. Eine Metaanalyse mit 14 Studien fand bei Schlafapnoe keine signifikante Verbesserung von Atemaussetzern, Sauerstoffsättigung oder Schnarchindex. Bei Verdacht auf Atemaussetzer gehört die Abklärung zum Arzt.

Was ist besser: Nasenpflaster oder Nasenspreizer?

Beide weiten die Nasenklappe, das Pflaster von außen, der Spreizer von innen. Eine offene Studie mit 41 Schnarchern fand den inneren Dilatator bei mehr Patienten wirksam. Die Datenlage ist klein, entscheidend ist oft der persönliche Komfort.

Passt das zu meinem Schnarchen?

Der Schnarch-Check grenzt den Schnarchtyp in zwei Minuten ein.

Schnarch-Check starten

Ähnliche Mittel

Nächster Schritt

Schnarch-Check starten