Glossar

Hypoglossus-Stimulation

Hypoglossus-Stimulation gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Die Hypoglossus-Stimulation, auch Zungenschrittmacher genannt, ist ein implantiertes System zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe. Ein Impulsgeber unter der Haut reizt im Schlaf den Zungennerv, den Nervus hypoglossus. Die Zungenmuskulatur spannt sich an, die Zunge rückt nach vorn und hält den Rachen offen.

Was dahinter steckt

Nach der Teilaktualisierung der DGSM-Leitlinie von 2020 hat die Stimulation des Nervus hypoglossus in der Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe einen festen Stellenwert erhalten. Sie bewirkt eine Kontraktion des Kinn-Zungen-Muskels und damit eine Öffnung des oberen Atemwegs. Es gibt verschiedene Verfahren, die nach ihren Ergebnissen unterschiedlich bewertet werden. Die größte Evidenz besteht für die atmungsgesteuerte selektive Stimulation, unter anderem aus einer kontrollierten Multicenterstudie mit fünf Jahren Nachbeobachtung, die anhaltend weniger Atemereignisse und eine bessere Lebensqualität zeigt.

Die Leitlinie grenzt die Indikation eng ein. Neurostimulationsverfahren sollten bei mittel- bis schwergradiger Schlafapnoe erwogen werden, wenn CPAP nicht vertragen wird oder nicht wirkt, der Apnoe-Hypopnoe-Index zwischen 15 und 65 pro Stunde liegt, der Body-Mass-Index höchstens 35 beträgt und keine anatomischen Auffälligkeiten vorliegen. Lebensalter und frühere Operationen am oberen Atemweg beeinflussen die Wirksamkeit. Für einfaches Schnarchen ohne Apnoe ist das Verfahren nicht vorgesehen: Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt invasive Eingriffe außerhalb von Nase und Weichgaumen gegen Schnarchen ausdrücklich nicht.

In der Praxis

Der Zungenschrittmacher ist eine Therapieoption für diagnostizierte, mittel- bis schwergradige Schlafapnoe. Gegen Schnarchen allein wird er nicht eingesetzt. Der Weg dorthin führt über die Diagnose im Schlaflabor, einen ernsthaften CPAP-Versuch und eine Prüfung der Voraussetzungen in einem spezialisierten Zentrum. Wer laut schnarcht und Atemaussetzer beobachtet bekommt, beginnt deshalb mit einer ärztlichen Abklärung. Ob ein Implantat passt, entscheidet ein spezialisiertes Zentrum nach eingehender Untersuchung.

Weiterlesen: Zungenschrittmacher (nur bei Schlafapnoe)

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Häufige Fragen

Hilft ein Zungenschrittmacher gegen normales Schnarchen?

Nein, dafür ist er nicht vorgesehen. Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt invasive Eingriffe außerhalb von Nase und Weichgaumen zur Behandlung von Schnarchen nicht. Die Hypoglossus-Stimulation ist für mittel- bis schwergradige obstruktive Schlafapnoe gedacht.

Wer kommt für eine Hypoglossus-Stimulation infrage?

Nach der DGSM-Leitlinie Menschen mit mittel- bis schwergradiger obstruktiver Schlafapnoe, die CPAP nicht vertragen oder bei denen es nicht wirkt, mit einem Apnoe-Hypopnoe-Index von 15 bis 65 pro Stunde, einem Body-Mass-Index bis 35 und ohne anatomische Auffälligkeiten.

Muss vorher CPAP ausprobiert werden?

Ja. Die Leitlinie sieht die Stimulation für Patienten vor, bei denen CPAP nicht vertragen wird oder nicht ausreichend wirkt. Die CPAP-Therapie bleibt nach Darstellung des IQWiG die wirksamste Behandlung einer schweren Schlafapnoe.

Wie wirkt die Stimulation auf die Zunge?

Der Impulsgeber reizt den Nervus hypoglossus, der die Zungenmuskulatur steuert. Der Kinn-Zungen-Muskel zieht sich zusammen, die Zunge bewegt sich nach vorn und gibt den Rachen frei. Bei der atmungsgesteuerten Variante erfolgt die Stimulation im Takt der Einatmung.

Nächster Schritt

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