Glossar
Obstruktive Schlafapnoe (OSA)
Diese Glossarseite erklärt Obstruktive Schlafapnoe (OSA) so, dass sich Befunde, Ratgeber und Produktbeschreibungen damit sicher lesen lassen.
Definition
Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine Atmungsstörung, bei der die oberen Atemwege im Schlaf wiederholt teilweise oder vollständig kollabieren. Der Atemfluss setzt aus oder wird flach, obwohl der Körper weiter Atemanstrengungen unternimmt. Die Folgen sind Sauerstoffabfälle, unbemerkte Weckreaktionen und ein wenig erholsamer Schlaf.
Kurz eingeordnet
Die Diagnose folgt festen Kriterien. Nach der DGSM-Leitlinie liegt eine obstruktive Schlafapnoe vor, wenn der Apnoe-Hypopnoe-Index über 15 pro Stunde Schlafzeit liegt oder mindestens 5 pro Stunde beträgt und typische Beschwerden oder relevante Begleiterkrankungen bestehen; jedes Ereignis dauert dabei mindestens zehn Sekunden. Ab einem AHI über 15 gilt die Schlafapnoe als mittelgradig, ab über 30 als schwer. Leitsymptom ist die Tagesschläfrigkeit bis hin zum unfreiwilligen Einschlafen, wobei manche Betroffene keine Schläfrigkeit verspüren oder sie nicht als Krankheitszeichen wahrnehmen.
Zu den Risikofaktoren zählen starkes Übergewicht und Besonderheiten im Mund- und Rachenraum wie vergrößerte Mandeln, ein zu kleiner Unterkiefer, die Lage der Zunge und das Gaumensegel. Das MSD Manual nennt außerdem einen großen Halsumfang, das Alter, den Status nach der Menopause sowie Alkohol und Beruhigungsmittel. Unbehandelt steigt nach IQWiG das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen. Die DGSM-Leitlinie hält fest, dass rechtzeitige Erkennung und Behandlung das Unfallrisiko senken und die Lebensqualität bessern.
In der Praxis
Bei Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnoe ist eine ärztliche Abklärung der nächste Schritt, nicht ein Selbstversuch. Hausarzt, HNO-Arzt oder Lungenarzt erfragen Beschwerden, untersuchen und veranlassen eine Schlafmessung. Über die Behandlung entscheidet der Arzt nach Schweregrad und Beschwerden; als wirksamste Therapie gilt nach IQWiG eine nächtliche Atemtherapie mit leichtem Überdruck über eine Maske. Gewichtsabnahme und Verzicht auf Alkohol am Abend ergänzen sie. Die Abgrenzung zum Schnarchen beschreibt die Zielseite.
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Das gehört dazu
- Sauerstoffsättigung
- Nasenmuscheln
- Body-Mass-Index (BMI)
- Intraoralscan
- Gaumenzäpfchen (Uvula)
- REM-Schlaf
- Gaumensegelschnarchen
- Apnoe
- Gaumenmandeln (Tonsillen)
Was oft gefragt wird
Woran merkt man eine obstruktive Schlafapnoe?
Oft zuerst am Partner, der lautes Schnarchen mit Atempausen beobachtet. Betroffene selbst bemerken eher Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme, morgendliche Kopfschmerzen, einen trockenen Mund oder plötzliches Erwachen mit Herzrasen. Die Atemaussetzer selbst bleiben meist unbemerkt.
Ab welchem Messwert spricht man von OSA?
Nach der DGSM-Leitlinie bei einem Apnoe-Hypopnoe-Index über 15 pro Stunde Schlaf oder ab 5 pro Stunde, wenn typische Beschwerden oder relevante Begleiterkrankungen vorliegen. Mittelgradig ist sie ab einem AHI über 15, schwer ab über 30.
Ist eine obstruktive Schlafapnoe gefährlich?
Unbehandelt kann sie das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen erhöhen. Hinzu kommt nach MSD Manual die Gefahr von Unfällen durch Tagesschläfrigkeit, etwa im Straßenverkehr. Deshalb gehört schon ein Verdacht ärztlich abgeklärt.
Wer behandelt eine obstruktive Schlafapnoe?
Die Diagnose stellen Ärzte mit schlafmedizinischer Qualifikation, häufig aus HNO-Heilkunde, Pneumologie, Innerer Medizin oder Neurologie, oft in Zusammenarbeit mit einem Schlaflabor. Sie legen nach Schweregrad und Beschwerden fest, welche Therapie infrage kommt.
Quellen
Nächster Schritt
Schnarch-Check starten