Glossar
REM-Schlaf
Kurze Definition, Einordnung, verwandte Begriffe: Diese Seite ist der Einstieg zu REM-Schlaf.
Definition
REM-Schlaf ist die Schlafphase mit schnellen Augenbewegungen hinter geschlossenen Lidern (rapid eye movement), in der die meisten Träume stattfinden. Das Gehirn ist dabei sehr aktiv, während die Haltemuskulatur nahezu vollständig erschlafft. Atemfrequenz und Atemtiefe schwanken in dieser Phase stärker als in den übrigen Schlafphasen.
Einordnung
Im Ablauf der Nacht folgt der REM-Schlaf jeweils auf einen Abschnitt Non-REM-Schlaf und schließt einen Schlafzyklus ab. Laut MSD Manual entfallen normalerweise 20 bis 25 Prozent des Schlafs auf REM-Phasen. Das IQWiG beschreibt, dass die REM-Phasen im Laufe der Nacht länger und die Tiefschlafphasen kürzer werden. Über die Lebensspanne verändert sich der Anteil ebenfalls: Zwischen 5 und 19 Jahren werden die REM-Phasen allmählich länger, bleiben bis etwa zum 60. Lebensjahr einigermaßen stabil und nehmen danach etwas ab.
Für die Atmung ist der REM-Schlaf eine besondere Phase, weil zwei Effekte zusammenkommen: Die Muskeln, die den Rachen stützen, sind maximal entspannt, und der Atemrhythmus ist unregelmäßiger. Schlaflabore werten Atemstörungen deshalb getrennt nach Schlafstadien aus; das MSD Manual weist darauf hin, dass der Apnoe-Hypopnoe-Index für verschiedene Stadien berechnet werden kann. Auch bei der Einstellung einer Überdrucktherapie gilt nach der DGSM-Leitlinie eine Titration erst dann als optimal, wenn die Atmung auch im REM-Schlaf stabil bleibt.
In der Praxis
REM-Schlaf lässt sich nur mit Messung der Hirnströme und Augenbewegungen sicher erkennen, also mit einer Polysomnographie im Schlaflabor. Tragbare Messgeräte für zu Hause erfassen nach IQWiG Atmung, Puls, Sauerstoffsättigung, Schnarchen und Körperlage, aber keine Schlafstadien. Wer Atemaussetzer beobachtet bekommt, braucht deshalb gegebenenfalls beide Stufen der Diagnostik. Die Zielseite erklärt, warum die Muskelentspannung im Schlaf das Schnarchgeräusch überhaupt erst möglich macht.
Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens
Verwandte Begriffe
- Gaumensegel
- Sauerstoffentsättigungsindex (ODI)
- Monoblock-Schiene
- Hypoglossus-Stimulation
- Schlafphasen
- Tonsillektomie
- Atemwegswiderstand
- Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)
- Nasenscheidewandverkrümmung
Häufige Fragen
Wie viel REM-Schlaf ist normal?
Laut MSD Manual entfallen bei Erwachsenen normalerweise 20 bis 25 Prozent des Schlafs auf REM-Schlaf. Die Phasen sind zu Beginn der Nacht kurz und werden gegen Morgen länger. Ab etwa 60 Jahren nimmt der Traumschlaf laut IQWiG etwas ab.
Wofür steht die Abkürzung REM?
REM steht für rapid eye movement, schnelle Augenbewegungen. Bei Schlafenden bewegen sich die Augäpfel in dieser Phase schnell hin und her, obwohl die Augen geschlossen sind. Der übrige Schlaf heißt entsprechend Non-REM-Schlaf.
Erfasst ein Schlafapnoe-Screening zu Hause den REM-Schlaf?
In der Regel nicht. Die tragbaren Geräte messen Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Schnarchen und Körperlage. Schlafstadien wie den REM-Schlaf bestimmt erst das Schlaflabor, das zusätzlich Hirnströme sowie Augen- und Beinbewegungen aufzeichnet.
Warum ist die Atmung im REM-Schlaf unregelmäßiger?
Das MSD Manual beschreibt für den REM-Schlaf stark schwankende Atemfrequenz und Atemtiefe bei gleichzeitig erschlaffter Haltemuskulatur. Der Rachen ist in dieser Phase also weniger stabilisiert, was Schlafmediziner bei der Auswertung nach Schlafstadien berücksichtigen.
Quellen
- MSD Manual Profi-Ausgabe: Vorgehen beim Patienten mit Schlafstörungen oder Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (Stand 2026-01)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Was ist „normaler“ Schlaf? (Stand 2024-07)
- MSD Manual Profi-Ausgabe: Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-01)
- AWMF S3-Leitlinie 063-001 „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“ (DGSM), Langfassung Version 2.0, Gültigkeit verlängert (Stand 2017-08)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-07)
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