Glossar
Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP)
Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) ist ein Fachbegriff mit klarer Bedeutung und typischen Missverständnissen. Beides steht hier, mit Bezug zum Schnarchen.
Definition
Die Uvulopalatopharyngoplastik, kurz UPPP, ist eine Operation am weichen Gaumen. Dabei werden Teile von Gaumensegel und Zäpfchen gekürzt oder gestrafft und die Gaumenbögen vernäht, üblicherweise zusammen mit einer Entfernung der Gaumenmandeln. Ziel ist ein weiterer und stabilerer Rachenraum, in dem weniger Gewebe vibriert.
Was dahinter steckt
Die UPPP zählt mit ihren Abwandlungen zu den am weitesten verbreiteten Eingriffen der Schlafmedizin. Wegen ihrer Invasivität wird sie laut Schnarch-Leitlinie überwiegend bei obstruktiver Schlafapnoe eingesetzt. Für reines Schnarchen liegen zwei Studien vor. Im Vergleich mit der anterioren Palatoplastik sank die Schnarchintensität auf einer Bewertungsskala nach zwei Jahren signifikant, ohne Unterschied zwischen den Verfahren. Ein Fremdkörpergefühl im Hals gaben nach zwei Jahren 41,6 Prozent der UPPP-Patienten und 34,6 Prozent der Vergleichsgruppe an.
Die Leitlinie empfiehlt Eingriffe am Weichgaumen, wenn dieser die vermutete Schnarchquelle ist und ein Behandlungswunsch besteht. Dabei sollen gering invasive Verfahren wie die Radiofrequenztherapie bevorzugt werden. Die Indikation zur invasiveren UPPP, die üblicherweise mit einer Tonsillektomie ausgeführt wird, soll wegen höherer Morbidität und Komplikationsrate streng gestellt werden. Weichgaumenchirurgie erreicht laut Leitlinie meist eine Reduktion, selten eine vollständige Beseitigung des Schnarchens. Mit steigendem Body-Mass-Index nimmt die Wirksamkeit chirurgischer Verfahren ab. Bei adipösen Schnarchern rät die Leitlinie deshalb zur Zurückhaltung.
Was das für Schnarcher bedeutet
Vor einer UPPP steht die Frage, ob der Gaumen wirklich die Schnarchquelle ist. Dafür kann eine Schlafendoskopie hilfreich sein. Gering invasive Alternativen und eine Schiene gehören in das Aufklärungsgespräch. Besteht ein Verdacht auf Schlafapnoe, ist eine schlafmedizinische Diagnostik vorgeschaltet. Nach Operationen empfiehlt die Schnarch-Leitlinie Kontrollen nach zwei bis drei Monaten und nach einem Jahr, um den Erfolg zu überprüfen. Kehrt das Schnarchen zurück, wird das weitere Vorgehen neu geplant.
Weiterlesen: Gaumensegel-OP (UPPP) gegen Schnarchen
Verwandte Begriffe
- Positionstherapie
- Zungengrund
- Abformung (Zahnabdruck)
- Schlafendoskopie (DISE)
- Schleimhautschwellung
- Halsumfang
- Rachen (Pharynx)
- Zungengrundschnarchen
- Polysomnographie
Fragen und Antworten
Ist das Schnarchen nach einer UPPP vollständig weg?
Meist nicht. Die Schnarch-Leitlinie hält fest, dass Weichgaumenchirurgie das Schnarchen in der Regel reduziert, aber selten vollständig beseitigt. Die Bewertung des Erfolgs stützt sich in den Studien überwiegend auf Angaben der Bettpartner.
Welche Risiken nennt die Leitlinie?
Die Leitlinie spricht von erhöhter Morbidität und Komplikationsrate gegenüber gering invasiven Verfahren. In einer Vergleichsstudie berichteten nach zwei Jahren 41,6 Prozent der Operierten von einem Fremdkörpergefühl im Hals. Über Schmerzen, Blutungsrisiko und Heilungsverlauf klärt die operierende Klinik auf.
Welche Alternativen gibt es zur UPPP?
Am Weichgaumen empfiehlt die Schnarch-Leitlinie bevorzugt gering invasive Eingriffe wie die Radiofrequenztherapie, in speziellen Fällen Gaumenimplantate. Nicht operativ kommen je nach Befund eine Unterkieferprotrusionsschiene, Positionstherapie oder Gewichtsreduktion infrage. Welche Option passt, hängt vom Ort der Engstelle ab.
Für wen kommt eine UPPP infrage?
Infrage kommt sie, wenn der weiche Gaumen als Quelle feststeht, gering invasive Verfahren nicht ausreichen und ein klarer Behandlungswunsch besteht. Bei obstruktiver Schlafapnoe mit vergrößerten Gaumenmandeln soll laut DGSM-Leitlinie eine Tonsillektomie mit UPPP erwogen werden, wenn CPAP oder Schiene nicht möglich sind.
Quellen
Nächster Schritt
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