Glossar

Zungengrundschnarchen

Zungengrundschnarchen gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Zungengrundschnarchen ist Schnarchen, dessen Geräusch an der Engstelle zwischen Zungengrund und hinterer Rachenwand entsteht. Im Schlaf weicht der hintere Zungenanteil zurück und lässt nur einen schmalen Spalt für die Atemluft. Das Geräusch enthält dadurch häufig höhere, gepresste Anteile als das tiefe, flatternde Gaumensegelschnarchen.

Was dahinter steckt

Wo genau das Geräusch entsteht, lässt sich im Wachzustand schwer bestimmen. Die HNO-Leitlinie hält fest, dass eine Einschätzung des Schnarchens anhand der Zungenstellung im Mund nicht möglich ist, und auch Manöver wie simuliertes Schnarchen erlauben keine verlässlichen Rückschlüsse. Aussagekräftiger ist die medikamentös induzierte Schlafendoskopie, bei der der Atemweg in einem schlafähnlichen Zustand betrachtet wird. In solchen Untersuchungen zeigte sich bei obstruktiver Schlafapnoe gehäuft ein Kollaps auf Zungengrundniveau, während reines Schnarchen vor allem am Gaumen entsteht.

Für die Behandlung des Zungengrundschnarchens nennt die Leitlinie zwei Wege. Unterkieferprotrusionsschienen erweitern und stabilisieren den oberen Atemweg, indem sie den Unterkiefer und damit den Zungenansatz nach vorn verlagern; sie sollen bei bestehendem Behandlungswunsch in geeigneten Fällen empfohlen werden. Gering-invasive Verfahren am Zungengrund können im Einzelfall sinnvoll sein. Invasive Operationen außerhalb von Nase und Weichgaumen empfiehlt die Leitlinie zur Therapie des Schnarchens dagegen nicht. Nach dem MSD Manual gelten Protrusionsschienen bei einfachem Schnarchen allgemein als wirksam, obwohl es kaum Studien dazu gibt.

Bezug zum Schnarchen

Weil eine Engstelle am Zungengrund häufiger mit Atemaussetzern verbunden ist, sollte vor jeder Behandlung eine Schlafapnoe ausgeschlossen werden. Danach ist die zahnärztliche Prüfung einer Schiene ein naheliegender Schritt: Sie verlangt laut Leitlinie eine ausreichende Vorschubbewegung des Unterkiefers sowie Anpassung und Kontrolle mit zahnmedizinischer und schlafmedizinischer Expertise. Zu den möglichen Nebenwirkungen einer Schiene zählt das MSD Manual Kiefergelenkbeschwerden und Zahnfehlstellungen. Die Zielseite erklärt die Unterscheidung der Schnarchtypen.

Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens

Das gehört dazu

Fragen und Antworten

Wie unterscheidet sich Zungengrund- von Gaumensegelschnarchen?

Gaumensegelschnarchen entsteht durch flatterndes Gewebe am weichen Gaumen und klingt tief. Beim Zungengrundschnarchen verengt die zurückweichende Zunge den unteren Rachen; Verschlüsse dort erzeugen nach HNO-Leitlinie eher höhere Frequenzanteile und gehen häufiger mit Atemaussetzern einher.

Kann man Zungengrundschnarchen selbst feststellen?

Nicht zuverlässig. Laut HNO-Leitlinie erlauben weder die Zungenstellung noch simuliertes Schnarchen im Wachzustand verlässliche Rückschlüsse. Die Lokalisation gelingt am besten mit einer medikamentös induzierten Schlafendoskopie, die den Atemweg im schlafähnlichen Zustand zeigt.

Welche Behandlung kommt bei Zungengrundschnarchen infrage?

Die HNO-Leitlinie nennt vor allem Unterkieferprotrusionsschienen, die den Atemweg über den vorgeschobenen Unterkiefer erweitern. Gering-invasive Eingriffe am Zungengrund sind Einzelfällen vorbehalten. Größere Operationen außerhalb von Nase und Weichgaumen werden gegen Schnarchen nicht empfohlen.

Warum ist die Abklärung hier besonders wichtig?

Schlafendoskopische Studien zeigen den Kollaps am Zungengrund häufiger bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe als bei reinen Schnarchern. Wer am Zungengrund schnarcht, hat deshalb einen zusätzlichen Grund, Atemaussetzer vor einer Behandlung messen zu lassen.

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