Glossar

Abformung (Zahnabdruck)

Was Abformung (Zahnabdruck) bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen — die Einordnung dahinter ist entscheidend. Hier steht beides, kurz und nachvollziehbar.

Definition

Die Abformung, umgangssprachlich Zahnabdruck, überträgt die Form von Zähnen, Zahnfleisch und angrenzenden Strukturen in ein Negativ, aus dem das Labor ein Modell gießt und darauf eine passgenaue Schiene fertigt. Klassisch wird eine weiche Abformmasse in einem Löffel in den Mund gesetzt, wo sie aushärtet.

Kurz eingeordnet

Für Unterkieferprotrusionsschienen ist die Abformung beider Kiefer die Grundlage. Die S1-Leitlinie der DGZS nennt sie notwendig für eine optimale Passform und Funktion und lässt analoge wie digitale Verfahren zu, je nach Präferenz der Praxis. Besonderes Augenmerk soll auf den Unterschnitten liegen, also den Bereichen unterhalb der dicksten Stelle der Zähne, an denen die Schiene später Halt findet. Weiche und harte Beläge oder gelockerte Zähne können das Ergebnis verfälschen und sind vorher zu berücksichtigen.

Zur Abformung kommt die Bissregistrierung. Mit einem Hilfsmittel, der Bissgabel, hält der Zahnarzt die gewünschte Startposition des Unterkiefers fest und überträgt sie in einem Registrat an das Labor. Die Leitlinie empfiehlt Hilfsmittel, mit denen sich der Kiefer in allen drei Raumachsen im Liegen reproduzierbar einstellen lässt. Als Abformmaterialien sind in der Zahnmedizin vor allem Alginat und Silikone verbreitet. Die Leitlinie geht für die Herstellung im Labor von einer zahnärztlichen Abformung aus.

Bezug zum Schnarchen

Eine gute Abformung zeigt alle Zähne vollständig, ohne Blasen, Risse oder verzogene Ränder. Fehler werden später als Druckstellen, Wackeln oder eine zu lockere Schiene spürbar. Vor dem Termin hilft gründliches Zähneputzen, damit keine Beläge die Oberfläche verfälschen. Wer zu Würgereiz neigt, sagt das vorher an: Die Praxis kann Löffelgröße und Vorgehen anpassen oder auf einen Intraoralscan ausweichen, wenn sie einen anbietet.

Weiterlesen: Protrusionsschiene

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Was oft gefragt wird

Wie lange dauert ein Zahnabdruck?

Die Abformmasse bleibt nur kurz im Mund, bis sie ausgehärtet ist, meist wenige Minuten je Kiefer. Für eine Schnarchschiene werden Ober- und Unterkiefer abgeformt, dazu kommt die Bissregistrierung in der Startposition. Der gesamte Termin dauert entsprechend länger als ein einzelner Abdruck.

Was hilft bei Würgereiz?

Ruhiges Atmen durch die Nase, ein leicht nach vorn geneigter Kopf und eine kurze Ankündigung an die Praxis erleichtern die Abformung. Zahnärzte haben Routine mit dem Problem. Bietet die Praxis einen Intraoralscan an, ist das eine Alternative ohne Abformmasse.

Abdruck oder Scan: Was ist genauer?

Die S1-Leitlinie lässt beide Verfahren zu und legt keine Rangfolge fest. Entscheidend ist, dass Zahnreihen, Unterschnitte und Weichgewebe vollständig erfasst werden. Beide Wege führen zu einer passgenauen Schiene, wenn sie sorgfältig durchgeführt werden.

Warum braucht man zusätzlich eine Bissregistrierung?

Der Abdruck zeigt die Form der Zähne, aber nicht, in welcher Position Ober- und Unterkiefer zueinander stehen sollen. Das Registrat hält die Startposition des Unterkiefers fest, in der das Labor die Schiene baut. Ohne Registrat fehlt die Vorgabe für den Vorschub.

Nächster Schritt

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