Glossar

Schlafendoskopie (DISE)

Wer Schlafendoskopie (DISE) einordnen kann, versteht Ursachen und Behandlungswege beim Schnarchen besser. Die Definition steht direkt unten.

Definition

Die Schlafendoskopie, international DISE für drug-induced sleep endoscopy, in deutschen Leitlinien MISE genannt, untersucht den oberen Atemweg im medikamentös herbeigeführten Schlaf. Ein Narkosemittel erzeugt einen schlafähnlichen Zustand, ein dünnes Endoskop wird durch die Nase eingeführt. So sieht man, wo Gewebe vibriert oder zusammenfällt.

Was dahinter steckt

Der Vorteil gegenüber der Untersuchung im Wachzustand liegt im Muskeltonus. Im Wachen sind die Rachenmuskeln gespannt, im Schlaf erschlaffen sie. Manöver wie das simulierte Schnarchen oder der Müller-Versuch lassen laut Schnarch-Leitlinie keinen verlässlichen Schluss auf das nächtliche Geschehen zu. In der Schlafendoskopie zeigt sich bei einfachem Schnarchen überwiegend eine Vibration des weichen Gaumens in Richtung vorn und hinten. Bei obstruktiver Schlafapnoe kollabiert der Atemweg häufiger auf Höhe des Zungengrunds oder auf mehreren Ebenen gleichzeitig.

Die Schnarch-Leitlinie stuft die Schlafendoskopie als Kann-Untersuchung ein. Sie kann zur Lokalisation der Schnarchquelle, zur Abgrenzung gegenüber einer Schlafapnoe und zur Entscheidung über eine Operation am weichen Gaumen durchgeführt werden. Der Empfehlungsgrad ist offen, die Evidenz stammt aus kleineren Studien. Untersuchungen, die belegen, dass die Schlafendoskopie Patienten für Eingriffe besser auswählt als die klinische Untersuchung, liegen laut Leitlinie nicht vor. Bei Verdacht auf Schnarchen im Kehlkopfbereich kann sie mit einer Kehlkopfspiegelung kombiniert werden.

Was das für Schnarcher bedeutet

Als Einstiegsuntersuchung beim Schnarchen ist die Schlafendoskopie nicht gedacht. Sie wird interessant, wenn eine Operation am weichen Gaumen oder an anderen Strukturen erwogen wird und vorher klar sein soll, welche Struktur das Geräusch erzeugt. Liegt die Quelle am Zungengrund statt am Gaumen, ändert das die Wahl des Eingriffs. Wer keinen Eingriff plant, kommt meist ohne diese Untersuchung aus. Die Indikation stellt die HNO-ärztliche Praxis.

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Das gehört dazu

Fragen und Antworten

Ist eine Schlafendoskopie schmerzhaft?

Die Untersuchung läuft unter einem Medikament, das einen schlafähnlichen Zustand erzeugt, während das Endoskop durch die Nase eingeführt wird. Über Ablauf, Vorbereitung und die Risiken der Sedierung klärt die Praxis vorab im Gespräch auf. Nach einer Sedierung fährt man am selben Tag nicht selbst Auto.

Wie unterscheidet sich die Schlafendoskopie von einer normalen Nasenspiegelung?

Bei der normalen Spiegelung ist man wach, die Rachenmuskeln sind angespannt. Die Schlafendoskopie zeigt den Atemweg im erschlafften Zustand, wie er im Schlaf aussieht. Dadurch werden Vibrationen und Engstellen sichtbar, die im Wachzustand verborgen bleiben.

Wann wird eine Schlafendoskopie empfohlen?

Die Schnarch-Leitlinie nennt drei Einsatzzwecke: die Suche nach dem Ort des Schnarchens, die Abgrenzung zu einer Schlafapnoe und die Planung einer Operation am weichen Gaumen. Sie ist eine Kann-Empfehlung und keine Routineuntersuchung für jeden Schnarcher.

Was bedeuten DISE und MISE?

Beide Kürzel meinen dasselbe Verfahren. DISE steht für das englische drug-induced sleep endoscopy, MISE für medikamenten-induzierte Schlafendoskopie. Die deutsche Schnarch-Leitlinie verwendet MISE, in internationalen Studien ist DISE gebräuchlich. Gemeint ist jeweils die Untersuchung im künstlich herbeigeführten Schlaf.

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