Glossar
Rachen (Pharynx)
Was Rachen (Pharynx) bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen — die Einordnung dahinter ist entscheidend. Hier steht beides, kurz und nachvollziehbar.
Definition
Der Rachen (Pharynx) ist der muskuläre Schlauch hinter Nase und Mund, durch den die Atemluft zum Kehlkopf und die Nahrung zur Speiseröhre gelangt. Er gliedert sich in Nasen-, Mund- und Kehlkopfrachen. Anders als die Nase besitzt er kein festes Gerüst und kann im Schlaf in sich zusammenfallen.
Kurz eingeordnet
Diese Bauweise macht den Rachen zum Ort, an dem nahezu jedes Schnarchen entsteht. Die HNO-Leitlinie bezeichnet den Mundrachen (Oropharynx) wegen seiner leicht kollabierenden Beschaffenheit, vor allem im Bereich des weichen Gaumens, als Prädilektionsstelle. Grundsätzlich können Schnarchgeräusche im gesamten Rachen und seltener auch am Kehlkopf entstehen. Beim Einatmen erzeugt die Lunge einen Unterdruck im Rachen. Halten die erweiternden Rachenmuskeln dagegen nicht stand, verengt sich der Atemweg, die Luft wird schneller und Gewebe beginnt zu flattern.
Was den Rachen zusätzlich verengt, beschreibt das MSD Manual: dicke seitliche Rachenwände, Fettpolster neben dem Rachen, vergrößerte Mandeln und ein prominenter Zungengrund. Das IQWiG erklärt die obstruktive Schlafapnoe mit derselben Mechanik: Erschlafft die Muskulatur der oberen Atemwege, verengt sich der Atemweg im Rachenbereich oder blockiert ganz. Ein Sonderfall ist das laryngeale Schnarchen, bei dem Strukturen oberhalb der Stimmlippen wie Kehldeckel oder Taschenfalten vibrieren. Wie häufig es vorkommt, lässt sich nach Leitlinie bislang nicht beziffern.
Bezug zum Schnarchen
Für Betroffene ist entscheidend, an welcher Stelle im Rachen das Geräusch entsteht, weil davon die Behandlung abhängt. Die Leitlinie sieht bei Schnarchern eine Untersuchung des Mundrachens grundsätzlich vor; bei Verdacht auf Kehlkopfschnarchen kommt eine Kehlkopfspiegelung hinzu, gegebenenfalls kombiniert mit einer Schlafendoskopie. Wer zusätzlich Atemaussetzer oder starke Tagesmüdigkeit bemerkt, braucht vor einer Behandlung eine schlafmedizinische Messung. Die Zielseite zeigt, welche Ursachen an welchem Rachenabschnitt ansetzen.
Weiterlesen: Schnarchen
Verwandte Begriffe
- Gaumenzäpfchen (Uvula)
- Polygraphie
- Bruxismus
- Schleimhautschwellung
- Respiratory Disturbance Index (RDI)
- Body-Mass-Index (BMI)
- Unterkieferrücklage (Retrognathie)
- Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)
- Schlafapnoe
Fragen und Antworten
Aus welchen Abschnitten besteht der Rachen?
Der Rachen hat drei Etagen: den Nasenrachen hinter der Nase, den Mundrachen hinter der Mundhöhle mit Gaumensegel, Mandeln und Zungengrund sowie den Kehlkopfrachen oberhalb von Kehlkopf und Speiseröhre. Schnarchen entsteht am häufigsten im Mundrachen.
Warum fällt der Rachen nur im Schlaf zusammen?
Im Wachzustand halten Muskeln den Rachen gegen den Unterdruck beim Einatmen offen. Im Schlaf lässt ihre Spannung nach. Verengen zusätzlich Fettgewebe, große Mandeln oder eine zurückliegende Zunge den Raum, kollabiert der Rachen leichter.
Was ist laryngeales Schnarchen?
So heißt Schnarchen, bei dem Strukturen am Kehlkopfeingang schwingen oder den Atemweg verlegen, etwa Kehldeckel, Taschenfalten oder Aryhöcker. Die HNO-Leitlinie empfiehlt bei Verdacht eine Kehlkopfspiegelung. Wissenschaftlich ist diese Form bisher wenig untersucht.
Wie untersucht ein HNO-Arzt den Rachen?
Mit direkter Inspektion und Endoskopie, entweder flexibel durch die Nase oder starr durch den Mund. Weil der Rachen im Wachzustand anders reagiert als im Schlaf, kann eine medikamentös induzierte Schlafendoskopie die Engstelle zusätzlich sichtbar machen.
Quellen
- AWMF S3-Leitlinie 017-068 „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ (DGHNO-KHC), Langfassung Version 4.0 – Gültigkeit abgelaufen, Überarbeitung angemeldet (Stand 2019-01)
- MSD Manual Profi-Ausgabe: Schnarchen (Stand 2026-01)
- MSD Manual Profi-Ausgabe: Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-01)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-07)
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