Glossar

Schlafphasen

Schlafphasen ist ein Fachbegriff mit klarer Bedeutung und typischen Missverständnissen. Beides steht hier, mit Bezug zum Schnarchen.

Definition

Schlafphasen sind die wiederkehrenden Abschnitte des Schlafs: Einschlafphase, leichter Schlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf. Gemeinsam bilden sie einen Schlafzyklus, der sich nach Angaben des IQWiG normalerweise alle 90 bis 110 Minuten wiederholt. Wer acht Stunden schläft, durchläuft so etwa fünf solcher Zyklen.

Einordnung

Die ersten drei Phasen gehören zum Non-REM-Schlaf, der laut MSD Manual etwa 75 bis 80 Prozent der gesamten Schlafzeit Erwachsener ausmacht. In der Einschlafphase wechselt das Bewusstsein zwischen Wachsein und Schlafen, man ist sehr leicht weckbar. In der zweiten Phase verlangsamen sich die Gehirnfunktionen; dieser leichte Schlaf nimmt nach IQWiG etwa die Hälfte eines Zyklus ein. Darauf folgen Tiefschlaf und REM-Schlaf. Im Laufe der Nacht verschiebt sich das Verhältnis: Die REM-Phasen werden länger, die Tiefschlafphasen kürzer.

Kurze Wachperioden gehören laut MSD Manual in regelmäßigen Abständen zum normalen Schlaf, und manche Menschen wachen am Ende eines Zyklus ganz oder fast auf. Anders zu bewerten sind Unterbrechungen, die durch die Atmung ausgelöst werden. Bei Schlafapnoe reißt jeder Atemaussetzer den Schlafrhythmus kurz auf, oft ohne Erinnerung daran. Im Schlaflabor wird deshalb aufgezeichnet, in welchen Stadien Atemstörungen auftreten und ob es genügend Tief- und Traumschlaf gab. Die Phasenverteilung ist damit ein Messwert der Schlafqualität.

In der Praxis

Für Betroffene ist die Unterscheidung praktisch: Einmal oder zweimal nachts aufzuwachen und wieder einzuschlafen, ist normal. Häufiges Erwachen mit Luftnot, Herzrasen oder trockenem Mund, morgendliche Kopfschmerzen oder Tagesmüdigkeit sprechen dagegen für einen gestörten Schlafablauf und gehören ärztlich abgeklärt. Die Schlafphasen selbst lassen sich verlässlich nur mit Hirnstrommessung im Schlaflabor bestimmen; Schätzungen anderer Geräte ersetzen diese Messung nicht. Wie Schnarchen innerhalb dieser Phasen entsteht, beschreibt die Zielseite.

Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens

Verwandte Begriffe

Was oft gefragt wird

Wie lange dauert ein Schlafzyklus?

Nach IQWiG wiederholt sich ein Zyklus normalerweise alle 90 bis 110 Minuten. Er beginnt mit leichtem Schlaf, führt in den Tiefschlaf und endet mit einer REM-Phase. In acht Stunden Schlaf ergeben sich so ungefähr fünf Zyklen.

Ist es normal, nachts kurz aufzuwachen?

Ja. Kurze Wachperioden treten laut MSD Manual in regelmäßigen Abständen auf, und manche Menschen wachen am Ende eines Zyklus fast auf. Auffällig wird es, wenn das Erwachen mit Luftnot, Herzrasen oder Würgen verbunden ist oder tagsüber starke Müdigkeit folgt.

Welche Schlafphase ist die leichteste?

Die Einschlafphase. Das Bewusstsein pendelt dort zwischen Wachsein und Schlaf, und man lässt sich sehr leicht wecken. Am schwersten weckbar ist man im Tiefschlaf, dem Stadium N3, in dem die Weckschwelle am höchsten liegt.

Wie werden Schlafphasen gemessen?

Mit der Polysomnographie im Schlaflabor. Sie zeichnet unter anderem Hirnströme sowie Augen- und Beinbewegungen auf. Aus diesen Signalen werden die Phasen bestimmt und mit Atemstörungen, Sauerstoffsättigung und Körperlage in Beziehung gesetzt.

Nächster Schritt

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