Glossar
Schlafapnoe
Schlafapnoe gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.
Definition
Schlafapnoe ist der Oberbegriff für Atmungsstörungen mit wiederholten Atemaussetzern (Apnoen) und Phasen flacher Atmung (Hypopnoen) im Schlaf, die jeweils länger als zehn Sekunden dauern. Unterschieden werden vor allem die obstruktive Form mit verengtem Rachen und die zentrale Form mit gestörtem Atemantrieb aus dem Gehirn.
Kurz eingeordnet
Schlafbezogene Atmungsstörungen treten nach der DGSM-Leitlinie ausschließlich oder überwiegend im Schlaf auf, stören ihn und beeinträchtigen damit seine Erholungsfunktion. Die internationale Klassifikation ICSD-3 unterscheidet fünf diagnostische Kategorien mit insgesamt 18 Krankheitsbildern: obstruktive Schlafapnoe, zentrale Schlafapnoe, schlafbezogene Hypoventilation, schlafbezogene Hypoxie sowie isolierte Symptome und Normvarianten, zu denen das Schnarchen gehört. Die mit Abstand häufigste Form ist die obstruktive Schlafapnoe; das IQWiG schätzt, dass etwa 10 Prozent der Erwachsenen betroffen sind, Männer häufiger als Frauen.
Als Hinweise auf eine Schlafapnoe nennt das IQWiG sehr lautes Schnarchen, starke Müdigkeit am Tag, Konzentrationsstörungen, nächtliches Schwitzen und häufiges Wasserlassen, plötzliches Erwachen mit Herzrasen und Luftnot, einen trockenen Mund beim Aufwachen, Kopfschmerzen am Morgen und Potenzprobleme. Unbehandelt erhöht eine obstruktive Schlafapnoe das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen. Gelegentliche kurze Atemaussetzer ohne Tagesmüdigkeit sind nach IQWiG dagegen in der Regel kein Anlass zur Beunruhigung. Anhaltende Beschwerden rechtfertigen jedoch eine Untersuchung.
Was das für Schnarcher bedeutet
Wer mehrere der genannten Zeichen bei sich bemerkt oder vom Partner auf Atempausen hingewiesen wird, sollte das ärztlich abklären lassen. Der übliche Weg beginnt mit einem Gespräch über Beschwerden und Lebensgewohnheiten sowie einer körperlichen Untersuchung. Danach folgt oft eine Messung mit einem tragbaren Gerät zu Hause und bei Auffälligkeiten eine Untersuchung im Schlaflabor. Die rechtzeitige Behandlung senkt laut DGSM-Leitlinie das Unfallrisiko. Wie sich Schnarchen und Schlafapnoe unterscheiden, beschreibt die Zielseite.
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Das gehört dazu
- Zungengrund
- Bruxismus
- Abformung (Zahnabdruck)
- Weichteilvibration
- Gaumensegel
- Obstruktives Schnarchen
- Gaumenzäpfchen (Uvula)
- Heil- und Kostenplan
- Positionstherapie
Was oft gefragt wird
Ist jedes laute Schnarchen eine Schlafapnoe?
Nein. Schnarchen an sich ist nach IQWiG harmlos. Von Schlafapnoe spricht man erst, wenn regelmäßig Atemaussetzer oder Phasen flacher Atmung von mehr als zehn Sekunden hinzukommen. Allerdings schnarchen die meisten Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe.
Wie häufig ist Schlafapnoe?
Das IQWiG schätzt, dass etwa 10 Prozent der Erwachsenen eine obstruktive Schlafapnoe haben, Männer häufiger als Frauen. Die Wahrscheinlichkeit nimmt ab dem 45. Lebensjahr stetig zu. Die zentrale Form ist deutlich seltener.
Welche Formen der Schlafapnoe gibt es?
Die beiden Hauptformen sind die obstruktive Schlafapnoe, bei der der Rachen im Schlaf kollabiert, und die zentrale Schlafapnoe, bei der der Atemantrieb aus dem Gehirn aussetzt. Mischformen kommen vor. Die ICSD-3 ordnet beide in die Gruppe der schlafbezogenen Atmungsstörungen ein.
Wie läuft die Diagnose ab?
Zunächst fragt der Arzt nach Beschwerden und Gewohnheiten und untersucht den Körper. Häufig folgt eine Nacht mit einem tragbaren Messgerät zu Hause, das Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Schnarchen und Körperlage aufzeichnet. Bei Auffälligkeiten schließt sich laut IQWiG das Schlaflabor an.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-07)
- DGSM: S3-Leitlinie „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“, Kurzfassung (AWMF 063-001) (Stand 2017-08)
- MSD Manual Profi-Ausgabe: Schnarchen (Stand 2026-01)
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