Glossar

Atemwegswiderstand

Atemwegswiderstand gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Der Atemwegswiderstand beschreibt, wie stark die Atemwege dem Luftstrom beim Ein- und Ausatmen entgegenwirken. Je enger eine Stelle, desto höher der Widerstand. Im Schlaf steigt er im oberen Atemweg, weil die Muskulatur nachlässt; an Engstellen beschleunigt die Luft und kann Gewebe zum Schwingen bringen oder den Atemfluss begrenzen.

Kurz eingeordnet

Ein großer Teil des Widerstands der oberen Atemwege entfällt auf die Nase. Ihre engste Stelle, die innere Nasenklappe, verursacht laut einer Übersichtsarbeit in Frontiers in Surgery den größten Anteil des nasalen Strömungswiderstands. Die HNO-Leitlinie zum Schnarchen berichtet, dass Schnarcher in der rhinologischen Funktionsdiagnostik einen erhöhten nasalen Widerstand und ein verringertes Nasenvolumen gegenüber Nicht-Schnarchern aufweisen. Über einen Sogeffekt auf weiter hinten liegende Strukturen kann ein hoher Nasenwiderstand das Schnarchen im Rachen begünstigen.

Steigt der Widerstand im Rachen weiter, wird aus dem Geräusch eine Atemstörung. Das MSD Manual beschreibt das Syndrom des erhöhten oberen Atemwegswiderstands: Der Atemfluss ist begrenzt, die Atemanstrengung nimmt zu und endet in kurzen Weckreaktionen, ohne dass genug Apnoen oder Sauerstoffabfälle für die Diagnose einer Schlafapnoe vorliegen. Betroffene können dennoch tagsüber stark schläfrig sein. Messen lässt sich der nasale Anteil mit nasalen Funktionstests, die die Leitlinie als Zusatzdiagnostik im Einzelfall vorsieht.

Bezug zum Schnarchen

Für Betroffene bedeutet ein erhöhter Atemwegswiderstand zweierlei. Liegt er in der Nase, lohnt sich die Behandlung der Nasenatmung, weil sie den Sog auf den Rachen verringert. Fühlt sich jemand trotz unauffälliger Atemaussetzer-Messung dauerhaft unausgeschlafen, sollte die Frage nach atemanstrengungsbedingten Weckreaktionen in der Schlafmedizin gestellt werden. Beide Wege beginnen mit einer ärztlichen Untersuchung. Wie Engstellen das Schnarchgeräusch erzeugen, beschreibt die Zielseite.

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Fragen und Antworten

Wie wird der Atemwegswiderstand gemessen?

Für die Nase gibt es nasale Funktionstests, die den Luftstrom und den Druckunterschied beim Atmen erfassen. Die HNO-Leitlinie sieht sie als Zusatzdiagnostik im Einzelfall vor. Den Widerstand im Rachen während des Schlafs beurteilt die Schlafmedizin indirekt über Atemfluss- und Druckkurven.

Was ist das Syndrom des erhöhten oberen Atemwegswiderstands?

Eine Atmungsstörung, bei der ein erhöhter Widerstand den Atemfluss begrenzt und kurze Weckreaktionen auslöst. Laut MSD Manual reichen Apnoen und Sauerstoffabfälle dabei nicht für die Diagnose einer Schlafapnoe, Tagesschläfrigkeit kann aber trotzdem auftreten.

Warum steigt der Widerstand ausgerechnet im Schlaf?

Im Schlaf lässt die Spannung der Muskeln nach, die den Rachen offen halten. Der Querschnitt wird kleiner, der Widerstand größer. Liegen zusätzlich Engstellen in Nase oder Rachen vor, verstärkt sich der Effekt.

Welche Rolle spielt die Nase für den Gesamtwiderstand?

Eine große. Die innere Nasenklappe ist die engste Stelle der Nase und bestimmt den größten Teil ihres Widerstands. Schnarcher zeigen laut HNO-Leitlinie in Funktionstests einen erhöhten nasalen Widerstand und ein kleineres Nasenvolumen als Nicht-Schnarcher.

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