Glossar
Rhinomanometrie
Diese Glossarseite erklärt Rhinomanometrie so, dass sich Befunde, Ratgeber und Produktbeschreibungen damit sicher lesen lassen.
Definition
Die Rhinomanometrie ist ein Messverfahren der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, das die Durchgängigkeit der Nase objektiv bestimmt. Während man normal durch die Nase atmet, erfasst das Gerät Luftstrom und Druckunterschied und errechnet daraus den Strömungswiderstand, getrennt für die linke und die rechte Nasenseite.
Einordnung
Die Rhinomanometrie gehört zu einer Gruppe nasaler Funktionstests. Die Schnarch-Leitlinie nennt neben ihr die Rhinoresistometrie und die akustische Rhinometrie, die mit Schallwellen die Querschnittsfläche der Nasenhöhle abbildet. Gemessen wird häufig zweimal: einmal im Ausgangszustand und einmal nach einem abschwellenden Nasenspray. Bessert sich der Widerstand nach dem Spray deutlich, liegt die Enge eher an geschwollener Schleimhaut. Bleibt er hoch, sprechen die Werte eher für eine knöcherne oder knorpelige Ursache, etwa eine verkrümmte Nasenscheidewand.
Für das Schnarchen ist die Nase selten der Ort des Geräuschs. Das stabile Nasengerüst vibriert laut Schnarch-Leitlinie in aller Regel nicht. Eine behinderte Nasenatmung gilt aber als Co-Faktor: Der erhöhte Sog beim Einatmen wirkt auf die weichen Strukturen dahinter. In Funktionstests zeigen Schnarcher einen höheren nasalen Widerstand und ein kleineres Nasenvolumen als Nichtschnarcher. Die Leitlinie ordnet nasale Funktionstests als Zusatzdiagnostik ein, die im Einzelfall sinnvoll ist, nicht als Routine für jeden Schnarcher.
In der Praxis
Relevant wird die Rhinomanometrie, wenn eine Nasenoperation wie eine Septumplastik oder eine Nasenmuschelverkleinerung zur Debatte steht. Sie macht das subjektive Gefühl einer verstopften Nase messbar und hilft, Schleimhaut von Skelett zu unterscheiden. Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt Nasenoperationen bei Schnarchern mit Nasenatmungsbehinderung. Ohne subjektive Beschwerden macht sie keine Aussage. Messwert, Endoskopie und Beschwerdebild ergeben zusammen die Grundlage für die Entscheidung. Die Messung selbst dauert nur wenige Minuten.
Weiterlesen: Schnarchen ärztlich abklären
Verwandte Begriffe
- Schleimhautschwellung
- Sedativa (Schlafmittel)
- Nasenmuscheln
- Schlafphasen
- Rhinitis
- Rhonchopathie
- Zungengrundschnarchen
- Positionstherapie
- Schlafhygiene
Häufige Fragen
Tut eine Rhinomanometrie weh?
Nein. Man atmet über eine Maske oder einen kleinen Aufsatz im Nasenloch ruhig durch die Nase, während das Gerät misst. Die Untersuchung dauert wenige Minuten. Unangenehm kann höchstens das abschwellende Spray sein, das für die zweite Messung eingesetzt wird.
Warum wird mit und ohne Nasenspray gemessen?
Das abschwellende Spray lässt die Schleimhaut kurzfristig schrumpfen. Ändert sich der Widerstand stark, ist vor allem geschwollene Schleimhaut die Ursache. Ändert er sich kaum, liegt die Enge eher an Knorpel oder Knochen. Das beeinflusst die Wahl der Behandlung.
Kann ein unauffälliger Messwert die Nase als Ursache ausschließen?
Nicht vollständig. Die Messung erfolgt im Sitzen und im Wachzustand, nachts können sich Schleimhaut und Strömung anders verhalten. Die Schnarch-Leitlinie wertet nasale Funktionstests deshalb immer zusammen mit Beschwerden und klinischer Untersuchung.
Wer führt die Rhinomanometrie durch?
Die Messung gehört zum Repertoire von HNO-Praxen und HNO-Kliniken. Sie wird meist im Rahmen einer Abklärung der Nasenatmung oder vor einer geplanten Nasenoperation durchgeführt, oft zusammen mit einer Spiegelung der Nase.
Quellen
Nächster Schritt
Schnarch-Check starten