Glossar
Rhinitis
Rhinitis ist ein Fachbegriff mit klarer Bedeutung und typischen Missverständnissen. Beides steht hier, mit Bezug zum Schnarchen.
Definition
Rhinitis ist der Fachbegriff für eine Entzündung der Nasenschleimhaut, umgangssprachlich Schnupfen. Die Schleimhaut schwillt an und bildet mehr Sekret, die Nase läuft oder ist verstopft, oft begleitet von Niesen. Häufigste Auslöser sind Virusinfekte und Allergien. Reizstoffe, trockene Luft und bestimmte Medikamente kommen ebenfalls infrage.
Was dahinter steckt
Das MSD Manual unterscheidet nach Dauer und Ursache. Ein akuter Schnupfen klingt meist nach einer Erkältung ab. Eine chronische Rhinitis hält länger an und führt zu dauerhafter Nasenverstopfung, in schweren Fällen zu Krusten und Nasenbluten. Bei der atrophischen Rhinitis wird die Schleimhaut dünn und trocken, die Nasengänge weiten sich. Allergisch bedingt ist der Heuschnupfen oder die Hausstauballergie. Eine Sonderform ist die Rhinitis medicamentosa, die durch übermäßigen Gebrauch abschwellender Nasensprays entsteht.
Für das Schnarchen zählt die Wirkung auf die Nasenatmung. Laut Schnarch-Leitlinie vibriert die Nase selbst wegen ihres stabilen Gerüsts in aller Regel nicht. Eine behinderte Nasenatmung gilt aber als Co-Faktor: Der stärkere Sog beim Einatmen kann die weichen Strukturen im Rachen dahinter zum Flattern bringen, und wer durch die Nase kaum Luft bekommt, atmet nachts durch den Mund. Schnarcher weisen in Funktionstests einen höheren nasalen Widerstand und ein kleineres Nasenvolumen auf als Nichtschnarcher.
Was das für Schnarcher bedeutet
Bei akutem Schnupfen schnarchen auch Menschen vorübergehend, die sonst leise schlafen. Das legt sich mit dem Infekt. Für die Nacht helfen Kochsalzsprays oder Nasenspülungen. Abschwellende Sprays sind laut MSD Manual auf höchstens drei Tage am Stück zu begrenzen. Hält die Verstopfung länger an oder kehrt sie regelmäßig zurück, gehört die Nase in die HNO-Praxis. Die Schnarch-Leitlinie betont, dass eine bestehende Nasenatmungsbehinderung unabhängig vom Schnarchen abgeklärt werden muss.
Weiterlesen: Nase & Mund
Das gehört dazu
- Mikroarousal
- Atemwegswiderstand
- Nasenscheidewandverkrümmung
- Nasenklappe
- Pulsoximetrie
- Weichteilvibration
- Upper-Airway-Resistance-Syndrom (UARS)
- Primäres Schnarchen
- Bruxismus
Was oft gefragt wird
Warum schnarcht man bei Schnupfen?
Die geschwollene Schleimhaut verengt die Nase. Beim Einatmen entsteht ein stärkerer Sog, der die weichen Strukturen im Rachen leichter vibrieren lässt. Wer kaum Luft bekommt, weicht auf Mundatmung aus. Mit dem Abklingen des Infekts verschwindet dieses Schnarchen meist wieder.
Wie lange darf man abschwellendes Nasenspray nehmen?
Das MSD Manual rät, abschwellende Nasensprays nicht länger als drei Tage am Stück zu verwenden. Danach schwillt die Schleimhaut nach Abklingen der Wirkung häufig stärker an als vorher. Aus dieser Rebound-Verstopfung kann eine Rhinitis medicamentosa entstehen.
Hilft Kortison-Nasenspray gegen Schnarchen?
Die Datenlage ist gemischt. Die Schnarch-Leitlinie nennt für Schnarchen bei chronisch verstopfter Nase eine placebokontrollierte Studie ohne Besserung und eine neuere Studie mit signifikant geringerem Schnarchen. Behandelt wird in erster Linie die Ursache der Verstopfung.
Wann sollte man mit verstopfter Nase zum Arzt?
Wenn die Verstopfung über Wochen anhält, regelmäßig wiederkehrt, nur eine Seite betrifft oder von Nasenbluten, Gesichtsschmerz oder Riechstörungen begleitet wird. Laut Schnarch-Leitlinie erfordert eine bestehende Nasenatmungsbehinderung immer eine angemessene Abklärung.
Quellen
Nächster Schritt
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