Glossar
Rhonchopathie
Rhonchopathie gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.
Definition
Rhonchopathie ist der medizinische Fachbegriff für Schnarchen. Die Schweizerische Gesellschaft für Oto-Rhino-Laryngologie verwendet ihn für das einfache Schnarchen, das rhythmisch und regelmäßig ohne Atempausen verläuft. Betroffene schlafen dabei gut und wachen erholt auf, gestört ist in erster Linie der Bettpartner.
Was dahinter steckt
Für das Phänomen existiert eine ganze Reihe von Bezeichnungen. Die HNO-Leitlinie listet primäres, habituelles, einfaches, gutartiges, benignes, kontinuierliches, rhythmisches, nicht-apnoisches und ungefährliches Schnarchen als teils historische Synonyme. Eine klare begriffliche Trennung zwischen Schnarchen als akustischem Ereignis, das auch bei Schlafapnoe auftritt, und Schnarchen als eigenständigem Krankheitsbild fehlt bislang. Die Leitlinienautoren halten eine solche Trennung für wünschenswert und verweisen auf den neueren Vorschlag „molestes Schnarchen“, also belästigendes Schnarchen, für die eigenständige Form ohne Atemstörung.
In der Klassifikation schlafbezogener Atmungsstörungen nach ICSD-3 steht Schnarchen unter den isolierten Symptomen und Normvarianten; die DGSM-Leitlinie führt dafür den ICD-10-CM-Code R06.83. Als Behandlungswege nennt die Schweizer Fachgesellschaft Gewichtsabnahme, Verzicht auf Alkohol, die Straffung des Weichgaumens mit Radiofrequenz, Gaumenimplantate, Unterkieferprotrusionsschienen sowie eine Lagetherapie, wenn das Schnarchen nur in Rückenlage auftritt. Zum Ausschluss einer obstruktiven Schlafapnoe empfiehlt sie eine nächtliche Sauerstoffmessung, die zu Hause durchgeführt werden kann. Medikamente gegen Schnarchen fehlen in dieser Aufzählung, und auch die HNO-Leitlinie empfiehlt keine.
In der Praxis
Steht „Rhonchopathie“ in einem Arztbrief, beschreibt der Begriff zunächst nur das Symptom Schnarchen. Ob es sich um einfaches Schnarchen handelt oder ob Atemaussetzer dazukommen, ergibt sich erst aus den weiteren Befunden, etwa einer Schlafmessung. Für Betroffene lohnt sich deshalb die Rückfrage, ob eine Schlafapnoe ausgeschlossen wurde. Danach lässt sich gezielt klären, wo das Geräusch entsteht. Ob Nase oder Mund beteiligt sind, erläutert die Zielseite.
Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens
Verwandte Begriffe
- Zungengrund
- Protrusionsgrad (Vorschub)
- Bruxismus
- Apnoe
- Schleimhautschwellung
- Primäres Schnarchen
- Tiefschlaf
- Muskeltonus im Schlaf
- Positionsabhängiges Schnarchen
Häufige Fragen
Ist Rhonchopathie eine Krankheit?
Der Begriff bezeichnet zunächst das Symptom Schnarchen. Einfaches Schnarchen ohne Atempausen gilt nach HNO-Leitlinie nicht als Erkrankung mit medizinischer Gefährdung. Kommen Atemaussetzer hinzu, liegt eine andere Diagnose vor, meist eine obstruktive Schlafapnoe.
Was bedeutet Rhonchopathie im Arztbrief?
Dass Schnarchen festgestellt oder berichtet wurde. Ob eine Schlafapnoe ausgeschlossen ist, steht in den übrigen Befunden, etwa einer Polygraphie oder Pulsoxymetrie. Fehlt eine solche Messung, ist eine Rückfrage beim behandelnden Arzt sinnvoll.
Was ist mit molestem Schnarchen gemeint?
Der Begriff wurde vorgeschlagen, um Schnarchen als eigenständiges, belästigendes Phänomen vom Schnarchgeräusch bei Schlafapnoe abzugrenzen. Die HNO-Leitlinie greift ihn auf, weil eine klare begriffliche Trennung zwischen dem Geräusch als Symptom und dem eigenständigen Phänomen bislang fehlt.
Welche Behandlungen nennt die Schweizer Fachgesellschaft?
Gewichtsabnahme, Alkoholverzicht, Radiofrequenz zur Straffung des Weichgaumens, Gaumenimplantate, Unterkieferprotrusionsschienen und eine Lagetherapie, wenn nur in Rückenlage geschnarcht wird. Vorher soll eine obstruktive Schlafapnoe mit einer nächtlichen Sauerstoffmessung ausgeschlossen werden, die auch zu Hause möglich ist.
Quellen
- Schweizerische Gesellschaft für ORL (SGORL): Patienteninformation Schnarchen (Rhonchopathie) (Stand 2023-08)
- AWMF S3-Leitlinie 017-068 „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ (DGHNO-KHC), Langfassung Version 4.0 – Gültigkeit abgelaufen, Überarbeitung angemeldet (Stand 2019-01)
- DGSM: S3-Leitlinie „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“, Kurzfassung (AWMF 063-001) (Stand 2017-08)
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