Glossar
Sedativa (Schlafmittel)
Was Sedativa (Schlafmittel) bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen — die Einordnung dahinter ist entscheidend. Hier steht beides, kurz und nachvollziehbar.
Definition
Sedativa sind beruhigende und schlaffördernde Arzneimittel. Zu den verschreibungspflichtigen Schlafmitteln zählen Benzodiazepine und die sogenannten Z-Substanzen. Sie dämpfen das zentrale Nervensystem und senken die Muskelspannung, auch in den Muskeln, die den Rachen im Schlaf offen halten. Dadurch können sie Schnarchen und Atemaussetzer verstärken.
Einordnung
Laut gesundheitsinformation.de des IQWiG sind Schlafmittel bei Schlafproblemen meist keine gute Wahl und kommen nur bei schweren Schlafstörungen vorübergehend infrage. Benzodiazepine und Z-Substanzen dürfen nur für eine begrenzte Zeit eingesetzt werden, wegen ihrer Nebenwirkungen und weil sie schnell abhängig machen. Dem Absetzen solcher Mittel widmet das IQWiG einen eigenen Beitrag. Bei einer ausgeprägten Schlafstörung wird laut IQWiG häufig eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. Neben verschreibungspflichtigen Mitteln gibt es pflanzliche Präparate wie Baldrian sowie melatoninhaltige Produkte.
Für das Schnarchen ist der Mechanismus entscheidend. Die Schnarch-Leitlinie erklärt Schnarchen mit der Abnahme des Muskeltonus im oberen Atemweg während des Schlafs: Das Gewebe wird schlaffer, der Rachen enger, die Luft strömt schneller und bringt Weichteile zum Vibrieren. Schlaf- und Beruhigungsmittel verstärken diese Erschlaffung. Das IQWiG schreibt, dass Alkohol sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel die Atemmuskulatur erschlaffen lassen und eine Schlafapnoe verstärken können. Die Leitlinie zählt die Vermeidung von Schlafmitteln zu den häufig empfohlenen Verhaltensmaßnahmen.
In der Praxis
Wer Schlaf- oder Beruhigungsmittel nimmt und schnarcht, spricht das bei der verordnenden Praxis an, statt die Mittel eigenmächtig abzusetzen. Ein plötzliches Absetzen von Benzodiazepinen kann Entzugserscheinungen auslösen. Besonders wichtig ist das Gespräch bei beobachteten Atemaussetzern oder starker Tagesmüdigkeit, weil Sedativa eine unerkannte Schlafapnoe verschlimmern können. Alkohol und Schlafmittel zu kombinieren verstärkt die Wirkung auf die Atemmuskulatur zusätzlich. Die verordnende Praxis kann Alternativen vorschlagen.
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- Bruxismus
- Primäres Schnarchen
- Positionstherapie
- Abformung (Zahnabdruck)
- Protrusionsgrad (Vorschub)
- Positionsabhängiges Schnarchen
- Pulsoximetrie
- Makroglossie
Was oft gefragt wird
Machen Schlaftabletten das Schnarchen schlimmer?
Sie können es verstärken. Schlaf- und Beruhigungsmittel lassen laut IQWiG die Atemmuskulatur erschlaffen, wodurch der Rachen im Schlaf enger wird. Die Schnarch-Leitlinie zählt ihre Vermeidung zu den häufig empfohlenen Maßnahmen, auch wenn Studien speziell zum Schnarchen fehlen.
Darf man bei Schlafapnoe Schlafmittel nehmen?
Das entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt. Laut IQWiG können Schlaf- und Beruhigungsmittel eine Schlafapnoe verstärken. Wer eine Apnoe hat oder Atemaussetzer bei sich vermutet, nennt das bei jeder Verordnung solcher Mittel.
Soll man verordnete Beruhigungsmittel wegen des Schnarchens absetzen?
Nicht eigenmächtig. Benzodiazepine und Z-Substanzen machen schnell abhängig, ein abruptes Absetzen kann Entzugsbeschwerden auslösen. Das Absetzen wird mit der verordnenden Praxis geplant, die auch Alternativen wie eine kognitive Verhaltenstherapie besprechen kann.
Wirkt Alkohol ähnlich wie ein Schlafmittel?
Beim Rachen ja. Das IQWiG nennt übermäßigen Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel gemeinsam als Faktoren, die die Atemmuskulatur erschlaffen lassen. Alkohol macht den Schlaf auch unruhiger. Die Kombination beider verstärkt die Wirkung.
Quellen
Nächster Schritt
Schnarch-Check starten