Glossar

Monoblock-Schiene

Wer Monoblock-Schiene einordnen kann, versteht Ursachen und Behandlungswege beim Schnarchen besser. Die Definition steht direkt unten.

Definition

Eine Monoblock-Schiene ist eine einteilige Unterkieferprotrusionsschiene, bei der Ober- und Unterkieferteil fest miteinander verbunden sind. Sie hält den Unterkiefer in einer einzigen, bei der Herstellung festgelegten Position. Ein späteres Nachjustieren des Vorschubs ist nicht vorgesehen, eine Änderung erfordert in der Regel eine neue Schiene.

Was dahinter steckt

Die S1-Leitlinie zur Unterkieferprotrusionsschiene unterscheidet zwei Bauarten: einteilige, nicht nachjustierbare Schienen (Monoblock) und zweiteilige, nachjustierbare Schienen (Biblock). Aus der klinischen Anwendung berichtet sie deutliche Vorteile der nachjustierbaren Varianten bei Erwachsenen, merkt aber an, dass Evidenzberichte das teils anders sehen. Für die Langzeitanwendung sollen nach der Leitlinie nur nachjustierbare, laborgefertigte und individuell angepasste Systeme berücksichtigt werden. Die Monoblock-Schiene fällt damit für die Dauertherapie aus dem empfohlenen Standard heraus. Als Begründung nennt die Leitlinie, dass die Einstellung des Unterkiefers nach vorn die Schlüsseleigenschaft für Wirkung und Nebenwirkungen ist.

Vom Monoblock als Bauart zu unterscheiden ist die Frage der Herstellung. Konfektionierte Schienen aus dem Handel, die zu Hause in heißem Wasser angepasst werden, nennt die Leitlinie „Boil and Bite“ und grenzt sie ausdrücklich von der laborgefertigten Unterkieferprotrusionsschiene ab. Sie gelten dort als eigene Gerätegruppe mit gleichem Einsatzgebiet. Die Schnarch-Leitlinie berichtet für eine teiljustierbare thermoplastische Schiene eine in einer randomisierten Studie dokumentierte Wirkung. Belastbare Langzeitdaten zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen konfektionierter Schienen lagen bei ihrer Erstellung nicht vor.

Was das für Schnarcher bedeutet

Eine Monoblock-Schiene ist kompakt und hat keine beweglichen Teile, die verschleißen. Ihr Nachteil zeigt sich, wenn die Wirkung nicht reicht oder Kiefer und Muskeln die Position schlecht vertragen: Dann bleibt nur die Neuanfertigung. Mund und Unterkiefer sind wegen der starren Verbindung stärker fixiert. Wer eine einteilige Schiene angeboten bekommt, klärt vorab, wie eine Anpassung des Vorschubs gelöst wird und wer die Kosten einer zweiten Schiene trägt.

Weiterlesen: Protrusionsschiene

Verwandte Begriffe

Was oft gefragt wird

Ist eine Monoblock-Schiene schlechter als eine zweiteilige?

Für die Langzeitanwendung empfiehlt die S1-Leitlinie nachjustierbare Zweischienensysteme. Sie stützt sich dabei auf klinische Erfahrung, Evidenzberichte bewerten den Unterschied teils zurückhaltender. Entscheidend ist, dass sich der Vorschub beim Monoblock nicht nachträglich anpassen lässt.

Lässt sich eine Monoblock-Schiene nachträglich verstellen?

Nein, die feste Verbindung legt den Vorschub dauerhaft fest. Soll die Position geändert werden, wird in der Regel eine neue Schiene in der neuen Bissposition angefertigt. Kleinere Korrekturen der Passform an den Zähnen sind davon unabhängig möglich.

Sind Boil-and-Bite-Schienen Monoblock-Schienen?

Monoblock beschreibt die Bauart, Boil and Bite die Herstellung. Konfektionierte Schienen aus dem Handel werden zu Hause in heißem Wasser angepasst und stammen nicht aus dem Dentallabor. Die S1-Leitlinie zählt sie unabhängig von der Bauart nicht zu den Unterkieferprotrusionsschienen in ihrem Sinne.

Warum empfiehlt die Leitlinie für die Dauer keinen Monoblock?

Die Leitlinie sieht den Vorschub als Schlüsselgröße für Wirkung und Nebenwirkungen. Weil er sich über die Jahre ändern kann, etwa bei nachlassender Wirkung, verlangt sie für die Dauertherapie Schienen, die dauerhaft nachjustierbar bleiben.

Nächster Schritt

Schnarch-Check starten