Glossar

Body-Mass-Index (BMI)

Wer Body-Mass-Index (BMI) einordnen kann, versteht Ursachen und Behandlungswege beim Schnarchen besser. Die Definition steht direkt unten.

Definition

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Größe in Metern zum Quadrat. Nach der Weltgesundheitsorganisation gilt bei Erwachsenen ein BMI ab 25 als Übergewicht und ab 30 als Adipositas. Für Kinder gelten altersabhängige Grenzwerte.

Einordnung

Ein Rechenbeispiel: Ein Mensch mit 90 Kilogramm und 1,80 Meter Körpergröße hat einen BMI von 90 geteilt durch 3,24, also rund 27,8. Damit liegt er im Bereich Übergewicht. Die WHO bezeichnet den BMI als Ersatzmarker für Körperfett. Er unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln und sagt nichts über die Fettverteilung. Muskulöse Menschen erreichen deshalb hohe Werte ohne viel Fett. Zusätzliche Messungen wie der Taillenumfang helfen laut WHO, eine Adipositas besser einzuschätzen.

In der Schlafmedizin taucht der BMI an mehreren Stellen auf. Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt jedem übergewichtigen Schnarcher eine Reduktion des BMI mit dem höchsten Empfehlungsgrad, räumt aber ein, dass die Datenlage begrenzt ist. Mit steigendem BMI nimmt die Wirksamkeit operativer Verfahren ab, bei adipösen Schnarchern rät sie zur Zurückhaltung. Die DGSM-Leitlinie verlangt bei einem BMI über 30 und Symptomen einer Atmungsstörung im Schlaf, eine nächtliche Unterbeatmung auszuschließen. Für die Hypoglossus-Stimulation nennt sie eine Obergrenze von 35.

Bezug zum Schnarchen

Den eigenen BMI kann man mit Waage und Maßband selbst berechnen. Liegt er über 25 und besteht Schnarchen, ist eine Gewichtsabnahme ein Baustein, den die Leitlinie ausdrücklich empfiehlt. Bei obstruktiver Schlafapnoe kann eine Abnahme laut IQWiG die Beschwerden lindern. Vor Operationen gegen Schnarchen fragt die HNO-Praxis nach dem BMI, weil er die Erfolgsaussichten beeinflusst. Bei Atemaussetzern oder starker Tagesmüdigkeit gehört die Abklärung trotzdem in ärztliche Hände.

Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens

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Häufige Fragen

Ab welchem BMI schnarcht man?

Einen Grenzwert gibt es nicht. Schnarchen kommt auch bei Normalgewicht vor. Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt eine Reduktion des BMI aber jedem übergewichtigen Schnarcher, also ab einem BMI von 25 nach WHO-Definition.

Bringt Abnehmen etwas gegen Schnarchen?

Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt übergewichtigen Schnarchern eine Gewichtsreduktion mit dem stärksten Empfehlungsgrad, weist aber auf eine begrenzte Studienlage hin. Bei obstruktiver Schlafapnoe kann eine Abnahme laut IQWiG die Beschwerden lindern. Eine Garantie für weniger Schnarchen gibt es nicht.

Ist der BMI bei muskulösen Menschen aussagekräftig?

Nur eingeschränkt. Der BMI unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse. Sportler mit viel Muskulatur können einen BMI über 25 haben, ohne übergewichtig zu sein. Die WHO empfiehlt ergänzende Messungen wie den Taillenumfang.

Warum fragt die HNO-Praxis vor einer Operation nach dem BMI?

Die Schnarch-Leitlinie hält fest, dass die Wirksamkeit chirurgischer Verfahren mit steigendem BMI abnimmt. Bei adipösen Schnarchern rät sie deshalb zur Zurückhaltung. Der BMI fließt so in die Entscheidung ein, ob und welcher Eingriff sinnvoll ist.

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