Glossar
Conchotomie
Kurze Definition, Einordnung, verwandte Begriffe: Diese Seite ist der Einstieg zu Conchotomie.
Definition
Die Conchotomie ist eine Operation zur Verkleinerung der Nasenmuscheln, meist der unteren. Vergrößerte Nasenmuscheln verengen den Nasengang und behindern die Nasenatmung. Je nach Verfahren wird Gewebe teilweise abgetragen oder mit Wärme, etwa durch Radiofrequenz oder Laser, gezielt zum Schrumpfen gebracht.
Einordnung
Die Nasenmuscheln sind knöcherne Leisten an der Seitenwand der Nase, überzogen von einer gut durchbluteten Schleimhaut mit Schwellgewebe. Sie wärmen, befeuchten und reinigen die Atemluft und regulieren den Luftstrom. Schwillt die Schleimhaut dauerhaft an, etwa bei allergischer Rhinitis oder nach langem Gebrauch abschwellender Sprays, bleibt die Nase verstopft. Wenn Medikamente nicht ausreichend helfen, kommt eine Verkleinerung infrage. Schonende Verfahren erhalten die Schleimhautoberfläche, damit die Nasenmuscheln ihre Aufgaben weiter erfüllen. Wird zu viel Gewebe entfernt, kann die Nase austrocknen.
Für das Schnarchen gilt dasselbe wie für andere Nasenoperationen. Die Schnarch-Leitlinie empfiehlt Nasenoperationen bei Schnarchern mit gleichzeitiger Nasenatmungsbehinderung, ohne Atembehinderung macht sie keine Aussage. Die Conchotomie taucht in den ausgewerteten Studien mehrfach in Kombination auf: mit einer Septumplastik oder als Radiofrequenzbehandlung der unteren Nasenmuscheln zusammen mit Eingriffen an Weichgaumen und Zungengrund. Einen isolierten Wirkungsnachweis der Conchotomie auf das Schnarchen liefert die Leitlinie nicht. Ihr Nutzen zeigt sich deshalb vor allem bei der Nasenatmung.
Bezug zum Schnarchen
Ob geschwollene Nasenmuscheln zum Schnarchen beitragen, lässt sich vorab prüfen. Die Schnarch-Leitlinie hält den kurzfristigen Einsatz abschwellender Nasensprays für erwägenswert, um den Effekt einer Operation an den Nasenmuscheln zu simulieren. Wird die Nasenatmung dabei frei und das Schnarchen leiser, spricht das für einen Beitrag der Nase. Länger als wenige Tage sollte man diese Sprays nicht verwenden. Eine zugrunde liegende Allergie wird vor einer Operation behandelt.
Weiterlesen: Nasenmuschelverkleinerung gegen Schnarchen
Verwandte Begriffe
- Makroglossie
- Rhinomanometrie
- Body-Mass-Index (BMI)
- Bruxismus
- Rachenmandeln (Adenoide)
- Unterkieferrücklage (Retrognathie)
- Rachen (Pharynx)
- Rhinitis
- Zungengrundschnarchen
Häufige Fragen
Wie kann man vorher testen, ob eine Conchotomie hilft?
Die Schnarch-Leitlinie nennt den kurzfristigen Einsatz abschwellender Nasensprays als Möglichkeit, das Ergebnis einer Operation an den Nasenmuscheln zu simulieren. Bessert sich die Nasenatmung deutlich, ist ein Effekt der Operation wahrscheinlicher. Der Test bleibt auf wenige Tage begrenzt.
Ist die Conchotomie dasselbe wie eine Septumplastik?
Nein. Die Septumplastik begradigt die Nasenscheidewand in der Mitte der Nase, die Conchotomie verkleinert die Nasenmuscheln an der Seitenwand. Beide Eingriffe werden häufig in einer Operation kombiniert, wenn beide Ursachen vorliegen.
Warum schwellen Nasenmuscheln dauerhaft an?
Häufige Ursachen sind allergische Rhinitis, chronische Entzündungen der Schleimhaut, Reizstoffe und die Rhinitis medicamentosa nach übermäßigem Gebrauch abschwellender Nasensprays. Die Schleimhaut bleibt dann geschwollen und verengt den Nasengang. Die HNO-Praxis klärt, welche Ursache vorliegt.
Wird bei der Conchotomie Gewebe entfernt?
Das hängt vom Verfahren ab. Bei klassischen Techniken wird Gewebe teilweise abgetragen. Bei Radiofrequenz- oder Laserverfahren wird das Gewebe unter der Oberfläche erwärmt, sodass es vernarbt und schrumpft. Welche Technik passt, entscheidet die HNO-Praxis nach Befund.
Quellen
Nächster Schritt
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