Glossar
Rachenmandeln (Adenoide)
Wer Rachenmandeln (Adenoide) einordnen kann, versteht Ursachen und Behandlungswege beim Schnarchen besser. Die Definition steht direkt unten.
Definition
Die Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis, vergrößert auch Adenoide genannt) ist lymphatisches Abwehrgewebe am Dach des Nasenrachens, direkt hinter der Nase. Im Volksmund heißt sie oft fälschlich „Polypen“. Bei Kindern kann sie sich stark vergrößern, die Nasenatmung behindern und zu Schnarchen sowie Mundatmung führen.
Einordnung
Der Mensch besitzt insgesamt vier Mandeln: zwei Gaumenmandeln, eine Rachenmandel und eine Zungenmandel. Zusammen umgeben sie als Rachenring die Ausgänge von Mund- und Nasenraum und fangen Krankheitserreger ab. Die Rachenmandel sitzt am Gaumendach und ist nur bei einer Nasenspiegelung sichtbar. Nach ihrer Entfernung übernehmen Abwehrzellen an der seitlichen Rachenwand, der sogenannte Seitenstrang, ihre Aufgabe. Echte Nasenpolypen sind dagegen gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, die laut IQWiG meist nur Erwachsene betreffen und mit der Rachenmandel nichts zu tun haben.
Welche Beschwerden im Vordergrund stehen, hängt davon ab, welche Mandel vergrößert ist. Die Rachenmandel behindert nach IQWiG in erster Linie die Nasenatmung; Atemaussetzer gehen vor allem auf vergrößerte Gaumenmandeln zurück. Typische Zeichen sind Schnarchen, überwiegende Mundatmung, unruhiger Schlaf, eine kloßige Sprache und häufiger Schnupfen. Eine vergrößerte Rachenmandel kann außerdem die Belüftung des Mittelohrs stören und Paukenergüsse begünstigen. Etwa 7 Prozent aller Kinder schnarchen dauerhaft, rund 2 Prozent haben eine obstruktive Schlafapnoe, besonders im Alter von 3 bis 6 Jahren.
In der Praxis
Eltern bemerken eine vergrößerte Rachenmandel oft am offenen Mund im Schlaf und an anhaltendem Schnarchen. Wirkt ein Kind tagsüber eher aufgedreht als müde, kann das ebenfalls an schlechtem Schlaf liegen. Bei beobachteten Atempausen oder dauerhafter Mundatmung gehört die Abklärung zum Kinderarzt oder HNO-Arzt. Leichte Beschwerden bessern sich oft von selbst; eine Operation wird vor allem erwogen, wenn längere Atemaussetzer den Schlaf stören. Wann Schnarchen bei Kindern harmlos ist, beschreibt die Zielseite.
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- Schlafendoskopie (DISE)
- Schleimhautschwellung
- Mundatmung
- Nasenmuscheln
- Adenotomie
- Titration
- Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
- Allergische Rhinitis
- Tagesschläfrigkeit
Fragen und Antworten
Sind Rachenmandeln und Polypen dasselbe?
Umgangssprachlich ja, medizinisch nein. Eine vergrößerte Rachenmandel wird oft „Polypen“ genannt. Echte Nasenpolypen sind laut IQWiG gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut und treten meist nur bei Erwachsenen auf. Behandlung und Ursachen unterscheiden sich deutlich.
Kann man die Rachenmandel beim Blick in den Mund sehen?
Nein. Sichtbar sind bei geöffnetem Mund nur die beiden Gaumenmandeln. Die Rachenmandel liegt am Dach des Nasenrachens und lässt sich nur mit einer Nasenspiegelung oder einem Endoskop beurteilen. Deshalb erkennen Eltern ihre Vergrößerung eher an den Folgen.
Wächst sich eine vergrößerte Rachenmandel aus?
Häufig ja. Vergrößerte Mandeln sind laut IQWiG oft eine normale Begleiterscheinung des Wachstums und können mit den Jahren wieder kleiner werden. Leichte Beschwerden bessern sich deshalb oft ohne Behandlung. Bei Atemaussetzern oder wiederkehrenden Paukenergüssen sollte trotzdem ärztlich entschieden werden.
Warum wirken Kinder mit schlechtem Schlaf oft unruhig statt müde?
Kinder reagieren auf fehlenden Erholungsschlaf anders als Erwachsene. Nach IQWiG wirken sie meist aufgedreht, und die Müdigkeit überfällt sie erst in Ruhesituationen, etwa im Kindersitz. Eine deutliche Tagesmüdigkeit zeigt sich oft erst bei älteren Kindern und Jugendlichen.
Quellen
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