Glossar

Hypopnoe

Hypopnoe gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Eine Hypopnoe ist eine Phase deutlich verminderter, flacher Atmung im Schlaf, ohne dass der Atemfluss ganz aussetzt. Nach den Regeln der American Academy of Sleep Medicine zählt ein Ereignis, wenn das Atemsignal um mindestens 30 Prozent sinkt, mindestens zehn Sekunden anhält und mit Sauerstoffabfall oder Weckreaktion einhergeht.

Was dahinter steckt

Die empfohlene Regel der American Academy of Sleep Medicine aus der Überarbeitung von 2012 verlangt für Erwachsene einen Abfall des Nasendrucksignals um mindestens 30 Prozent über mindestens zehn Sekunden sowie entweder einen Sauerstoffabfall von mindestens 3 Prozent oder eine Weckreaktion. Die Unterscheidung, ob eine Hypopnoe obstruktiv oder zentral ist, wurde dabei als optional eingestuft. Die AASM weist darauf hin, dass manche Kostenträger, etwa Medicare, weiterhin einen Abfall von mindestens 4 Prozent verlangen. Eine systematische Übersicht im Laryngoscope konnte Studien deshalb nicht direkt vergleichen, weil Hypopnoen unterschiedlich gewertet wurden.

Für die Diagnose zählen Hypopnoen genauso wie Apnoen. Das IQWiG beschreibt, dass Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe im Schlaf regelmäßig eine flache Atmung und Atemaussetzer haben, die länger als zehn Sekunden dauern. Beide Ereignisse fließen gleichgewichtet in den Apnoe-Hypopnoe-Index ein. Die DGSM-Leitlinie kennt neben obstruktiven auch zentrale Hypopnoen, bei denen Atemanstrengung und Atemstrom gemeinsam vermindert sind. Weil Hypopnoen ohne vollständigen Stillstand der Atmung ablaufen, fallen sie Bettpartnern in der Regel seltener auf als Apnoen mit sichtbarer Atempause.

Was das für Schnarcher bedeutet

Für Betroffene ist wichtig: Ein Befund mit vielen Hypopnoen und nur wenigen Apnoen ist nicht automatisch harmloser. Entscheidend sind die Gesamtzahl der Ereignisse pro Stunde und die Beschwerden. Unterscheiden sich Werte aus zwei Messungen, kann das auch an unterschiedlichen Auswertungsregeln liegen; eine Rückfrage beim auswertenden Arzt klärt das. Bei Tagesmüdigkeit oder beobachteten Atempausen ist eine ärztliche Abklärung angezeigt. Die Zielseite ordnet Schnarchen und Schlafapnoe gegeneinander ein.

Weiterlesen: Abklärung & Medizin

Verwandte Begriffe

Was oft gefragt wird

Ist eine Hypopnoe harmloser als eine Apnoe?

Nicht grundsätzlich. Beide Ereignisse zählen im Apnoe-Hypopnoe-Index gleich. Auch eine Hypopnoe geht nach Definition mit einem Sauerstoffabfall oder einer Weckreaktion einher und stört damit den Schlaf. Für die Bewertung zählt die Gesamtzahl pro Stunde zusammen mit den Beschwerden.

Wie wird eine Hypopnoe gemessen?

Bei der Diagnostik misst ein Nasendrucksensor den Atemfluss. Fällt das Signal um mindestens 30 Prozent für zehn Sekunden oder länger und folgt ein Sauerstoffabfall von mindestens 3 Prozent oder eine Weckreaktion, wird nach der empfohlenen Regel der American Academy of Sleep Medicine eine Hypopnoe gewertet.

Warum unterscheiden sich Hypopnoe-Zahlen zwischen Laboren?

Weil nicht überall dieselbe Regel angewandt wird. Manche Auswertungen verlangen einen Sauerstoffabfall von 4 statt 3 Prozent oder werten Weckreaktionen nicht mit. Eine systematische Übersicht im Laryngoscope nannte unterschiedliche Hypopnoe-Wertungen als Grund, warum Studien nicht direkt vergleichbar waren.

Bemerkt man eine Hypopnoe selbst?

In der Regel nicht. Die Atmung wird flacher, setzt aber nicht ganz aus, und die anschließende Weckreaktion bleibt meist unbewusst. Auch Bettpartner nehmen Hypopnoen seltener wahr als vollständige Atempausen. Hinweise liefern eher Tagesmüdigkeit und unruhiger Schlaf.

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