Glossar
Allergische Rhinitis
Diese Glossarseite erklärt Allergische Rhinitis so, dass sich Befunde, Ratgeber und Produktbeschreibungen damit sicher lesen lassen.
Definition
Allergische Rhinitis ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die durch eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe entsteht, etwa Pollen oder Hausstaubmilben. Typisch sind Niesen, Fließschnupfen, Juckreiz und eine verstopfte Nase. Saisonal heißt sie Heuschnupfen, ganzjährige Beschwerden gehen oft auf eine Hausstauballergie zurück.
Was dahinter steckt
Laut gesundheitsinformation.de des IQWiG hat in Industrieländern wie Deutschland etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Die meisten Betroffenen haben erstmals vor dem 20. Lebensjahr Beschwerden. Bei Kontakt mit dem Allergen setzen Zellen Botenstoffe wie Histamin frei, die Niesen, Schwellung und Augenjucken auslösen. Aus einem allergischen Schnupfen kann sich nach einigen Jahren allergisches Asthma entwickeln. Die Diagnose stützt sich auf Gespräch, Prick-Test auf der Haut, Blutuntersuchung und gegebenenfalls einen Provokationstest an der Nasenschleimhaut.
Zur Behandlung stehen Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays, Chromone, Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten und abschwellende Sprays zur Verfügung. Salzhaltige Sprays und Nasenduschen lindern Beschwerden, ersetzen Medikamente aber meist nicht ganz. Langfristig kann eine Hyposensibilisierung die Empfindlichkeit senken, sie dauert mindestens drei bis fünf Jahre. Gegen Pollen hilft nach Angaben des IQWiG, in Zeiten starken Pollenflugs die Fenster geschlossen zu halten und vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen. Pollenflugvorhersagen bietet der Deutsche Wetterdienst. Ein allergischer Schnupfen macht die Schleimhaut laut IQWiG oft empfindlich für Reize wie Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft.
Bezug zum Schnarchen
Wer vor allem in der Pollensaison schnarcht oder ganzjährig mit verstopfter Nase aufwacht, denkt an eine Allergie. Die Schnarch-Leitlinie sieht eine allergologische Testung bei entsprechenden Hinweisen als sinnvolle Zusatzdiagnostik, um eine allergische Rhinitis zu erkennen und zu behandeln. Eine freiere Nase kann begleitendes Schnarchen bessern, eine sichere Wirkung ist das nicht. Die Behandlung der Allergie lohnt sich trotzdem für Schlaf und Atmung. Für das Schlafzimmer gilt: Pollen draußen lassen, Haare abends waschen.
Weiterlesen: Nase & Mund
Weiterlesen
- Tagesschläfrigkeit
- Rhinitis
- Tonsillektomie
- Schlafphasen
- Halsumfang
- Zweischienen-System
- Schlafmedizin
- Protrusionsgrad (Vorschub)
- Mikroarousal
Was oft gefragt wird
Kann Heuschnupfen Schnarchen auslösen?
Heuschnupfen verstopft die Nase und erhöht den Atemwiderstand. Die Schnarch-Leitlinie wertet eine behinderte Nasenatmung als Co-Faktor für Schnarchen. Wer nur in der Pollensaison schnarcht, hat damit einen deutlichen Hinweis auf den Zusammenhang.
Hilft eine Hyposensibilisierung auch gegen Schnarchen?
Die Hyposensibilisierung behandelt die Allergie und kann Beschwerden langfristig abschwächen. Ob sie Schnarchen verringert, ist nicht gezielt untersucht. Wird die Nase dadurch dauerhaft freier, kann sich begleitendes Schnarchen bessern. Die Behandlung dauert mindestens drei bis fünf Jahre.
Wie wird eine Allergie getestet?
Meist mit einem Prick-Test: Mögliche Allergene werden auf den Unterarm aufgetragen und die Haut leicht angeritzt. Rötung und Schwellung zeigen eine Reaktion an. Ergänzend kommen eine Blutuntersuchung oder ein Provokationstest an der Nasenschleimhaut infrage.
Was kann man im Schlafzimmer gegen Pollen tun?
Das IQWiG nennt zwei einfache Maßnahmen: bei starkem Pollenflug die Fenster geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen. So gelangen weniger Pollen ins Bett. Pollenflugvorhersagen helfen, die Lüftungszeiten zu planen.
Quellen
Nächster Schritt
Schnarch-Check starten