Glossar

Tiefschlaf

Tiefschlaf gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Tiefschlaf ist das Stadium N3 des Non-REM-Schlafs, in dem die Weckschwelle am höchsten ist und Geräusche den Schlaf kaum noch unterbrechen. Im Verlauf der Nacht werden die Tiefschlafphasen kürzer. Das Stadium trägt wesentlich dazu bei, dass die Nachtruhe als erholsam empfunden wird; wiederholte Weckreaktionen können es verhindern.

Kurz eingeordnet

Innerhalb eines Schlafzyklus folgt der Tiefschlaf auf die Einschlafphase und den leichten Schlaf; danach schließt sich die REM-Phase an. Das IQWiG beschreibt Phase 3 als Zustand, in dem der Schlaf etwa durch Geräusche nicht mehr so schnell gestört werden kann. Das MSD Manual ergänzt, dass Menschen dieses Stadium als gute Schlafqualität empfinden. Die Dauer des Tiefschlafs verändert sich über das Leben: Kleine Kinder und ältere Menschen schlafen nach IQWiG leichter als Jugendliche und Erwachsene, weil ihre Tiefschlafphasen anders verteilt sind.

Bei nächtlichen Atemstörungen gerät gerade diese Phase unter Druck. Bei obstruktiver Schlafapnoe löst jeder Atemaussetzer einen kurzen Weckreiz aus, meist unbemerkt. Tritt dieser Weckreiz wiederholt auf, kann er laut IQWiG verhindern, dass Betroffene in den Tiefschlaf fallen. Bei Kindern mit Atemaussetzern durch vergrößerte Mandeln beschreibt das IQWiG denselben Effekt. Reines Schnarchen ohne Atemaussetzer stört den Schlaf des Schnarchenden dagegen definitionsgemäß nicht; nach der HNO-Leitlinie liegt dann keine ursächliche Schlafstörung vor.

Bezug zum Schnarchen

Wer trotz ausreichender Schlafdauer regelmäßig unausgeruht aufwacht, hat einen konkreten Anlass für eine ärztliche Abklärung, besonders wenn der Partner Atempausen beobachtet. Den Anteil an Tiefschlaf misst nur das Schlaflabor über die Hirnströme. Für Bettpartner gilt umgekehrt: In leichten Schlafphasen wecken Geräusche schneller, weshalb Schnarchen vor allem dort stört. Die Zielseite beschreibt, wie das Schnarchgeräusch entsteht und welche Faktoren es lauter machen.

Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens

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Fragen und Antworten

Wie misst man, wie viel Tiefschlaf jemand hat?

Zuverlässig nur im Schlaflabor. Dort werden Hirnströme, Augen- und Beinbewegungen aufgezeichnet und daraus die Schlafstadien bestimmt. So lässt sich nach IQWiG beurteilen, wie lange und wie gut jemand geschlafen hat und ob es genügend Tief- und Traumschlafphasen gab.

Kann Schnarchen den eigenen Tiefschlaf stören?

Reines Schnarchen in der Regel nicht; es stört vor allem den Bettpartner. Kommen jedoch Atemaussetzer hinzu, führen die damit verbundenen Weckreaktionen dazu, dass Betroffene seltener in den Tiefschlaf gelangen und sich morgens nicht erholt fühlen.

Verändert sich der Tiefschlaf mit dem Alter?

Ja. Laut IQWiG verändert sich die Dauer der Tiefschlafphasen im Laufe des Lebens. Kleine Kinder und ältere Menschen haben einen leichteren Schlaf als Jugendliche und Erwachsene. Auch die gesamte Schlafdauer nimmt bis ins hohe Alter ab.

Warum wird der Bettpartner vom Schnarchen eher in leichten Phasen wach?

Im Tiefschlaf ist die Weckschwelle hoch, Geräusche stören kaum. In der Einschlafphase und im leichten Schlaf genügt dagegen ein geringer Reiz zum Aufwachen. Da sich die Phasen nachts mehrfach abwechseln, trifft das Schnarchen den Partner immer wieder in empfindlichen Abschnitten.

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