Glossar
Mundatmung
Diese Glossarseite erklärt Mundatmung so, dass sich Befunde, Ratgeber und Produktbeschreibungen damit sicher lesen lassen.
Definition
Mundatmung bezeichnet das Atmen überwiegend durch den geöffneten Mund statt durch die Nase. Nachts tritt sie häufig auf, wenn die Nase verlegt ist, etwa durch geschwollene Schleimhaut, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder bei Kindern eine vergrößerte Rachenmandel. Typische Folgen sind ein trockener Mund am Morgen und Schnarchgeräusche.
Kurz eingeordnet
Das IQWiG erklärt den Zusammenhang am Beispiel der Septumdeviation: Wer durch die Nase schlecht Luft bekommt, atmet automatisch mehr durch den Mund. Die Luft wird dann nicht wie bei der Nasenatmung befeuchtet und erwärmt, und die Reinigungs- und Abwehrfunktion der Nase entfällt. Manchmal führt die Mundatmung zu Schnarchen, der Schlaf kann weniger erholsam sein. Bei Kindern zählt eine vorwiegende Mundatmung zu den Anzeichen vergrößerter Mandeln; eine ständige Mundatmung bei vergrößerter Rachenmandel begünstigt laut IQWiG zudem Atemwegsinfekte.
Mundatmung ist allerdings nicht immer eine Folge der Nase. Eine Studie im European Respiratory Journal untersuchte 41 Schnarcher mit normalem Nasenwiderstand im Schlaflabor. Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe verbrachten mehr Zeit mit Mund- oder kombinierter Mund-Nasen-Atmung als reine Schnarcher, und der Apnoe-Hypopnoe-Index war der wichtigste Einflussfaktor für die Dauer der Mundatmung. Ein trockener Mund beim Aufwachen steht beim IQWiG entsprechend auch in der Liste möglicher Hinweise auf eine Schlafapnoe, und die HNO-Leitlinie nennt einen trockenen Rachen am Morgen als häufige Beschwerde von Schnarchern.
Was das für Schnarcher bedeutet
Wer morgens regelmäßig mit trockenem Mund aufwacht und schnarcht, sollte zuerst die Nase prüfen lassen: Ist sie dauerhaft verlegt, setzt die Behandlung dort an. Ist die Nase frei und der Mund nachts trotzdem offen, rückt die Frage nach Atemaussetzern in den Vordergrund, besonders bei Tagesmüdigkeit. Bei Kindern mit ständiger Mundatmung ist der Kinderarzt die richtige Adresse. Ursachen und Gegenmaßnahmen für nächtliche Mundatmung behandelt die Zielseite im Detail.
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Fragen und Antworten
Woran erkennt man nächtliche Mundatmung?
Typisch sind ein trockener Mund oder Rachen beim Aufwachen, Schnarchen und ein vom Partner beobachteter offener Mund im Schlaf. Bei Kindern fallen zusätzlich eine kloßige Sprache, häufiger Schnupfen und unruhiger Schlaf auf. Eine sichere Messung des Atemwegs ist im Schlaflabor möglich.
Liegt nächtliche Mundatmung immer an einer verstopften Nase?
Nein. Eine Studie mit Schnarchern ohne Nasenatmungsbehinderung fand bei Menschen mit Schlafapnoe mehr Mundatmung als bei reinen Schnarchern. Der Schweregrad der Atemstörung erklärte die Mundatmung dort besser als die Nase. Eine freie Nase schließt das Problem also nicht aus.
Ist Mundatmung bei Kindern bedenklich?
Eine vorwiegende Mundatmung kann laut IQWiG auf vergrößerte Mandeln hinweisen, vor allem auf eine vergrößerte Rachenmandel. Sie begünstigt Atemwegsinfekte. Kommen Schnarchen und Atemaussetzer hinzu, sollte ein Kinderarzt oder HNO-Arzt die Ursache klären.
Warum ist Nasenatmung günstiger als Mundatmung?
Die Nase befeuchtet, erwärmt und reinigt die Atemluft, was laut IQWiG für den Gasaustausch in der Lunge wichtig ist. Bei Mundatmung entfallen diese Funktionen, Mund und Rachen trocknen aus, und das Schnarchen kann zunehmen.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Verkrümmte Nasenscheidewand (Nasenseptumdeviation) (Stand 2026-02)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Vergrößerte Mandeln bei Kindern (Stand 2022-11)
- Koutsourelakis I et al.: Obstructive sleep apnoea and oral breathing in patients free of nasal obstruction, Eur Respir J 28(6):1222–1228 (Stand 2006-12)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Obstruktive Schlafapnoe (Stand 2026-07)
- AWMF S3-Leitlinie 017-068 „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ (DGHNO-KHC), Langfassung Version 4.0 – Gültigkeit abgelaufen, Überarbeitung angemeldet (Stand 2019-01)
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