Glossar
Respiratory Disturbance Index (RDI)
Wer Respiratory Disturbance Index (RDI) einordnen kann, versteht Ursachen und Behandlungswege beim Schnarchen besser. Die Definition steht direkt unten.
Definition
Der Respiratory Disturbance Index (RDI, Atemstörungsindex) zählt alle atmungsbezogenen Störereignisse pro Stunde Schlaf. Neben Apnoen und Hypopnoen erfasst er auch atemanstrengungsbedingte Weckreaktionen (RERAs), die die Kriterien einer Hypopnoe nicht erfüllen. Bei gleicher Auswertung liegt der RDI deshalb mindestens so hoch wie der AHI.
Einordnung
Das MSD Manual beschreibt den RDI als Surrogat des Apnoe-Hypopnoe-Index, das bei Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe zur Bestätigung und Schweregradeinteilung bestimmt werden kann. Sein Mehrwert liegt bei den RERAs: Ereignisse, bei denen die Atemanstrengung zunimmt und mit einer Weckreaktion endet, ohne dass Atemfluss oder Sauerstoffsättigung ausreichend für eine Hypopnoe abfallen. Solche Ereignisse kennzeichnen das Syndrom des erhöhten oberen Atemwegswiderstands. Ein Mensch kann daher einen unauffälligen AHI und dennoch einen erhöhten RDI haben.
Auch in der Therapiekontrolle spielt der RDI eine Rolle. Die DGSM-Leitlinie formuliert für die Einstellung einer nächtlichen Überdruckatmung als Therapieziel einen RDI unter 5 pro Stunde bei einer minimalen Sauerstoffsättigung über 90 Prozent. Als optimal gilt eine Einstellung mit RDI unter 5 pro Stunde über mindestens 15 Minuten einschließlich REM-Schlaf und ohne Arousal. Bei der Druckanpassung werden neben Apnoen und Hypopnoen ausdrücklich auch RERAs und lautes Schnarchen berücksichtigt; treten sie wiederholt auf, wird der Druck schrittweise erhöht.
In der Praxis
Für Betroffene ist der RDI vor allem dann relevant, wenn Beschwerden und AHI nicht zusammenpassen: Wer sich trotz niedrigem AHI dauerhaft unausgeschlafen fühlt, kann im ärztlichen Gespräch nach dem RDI fragen. Nicht jeder Befund enthält ihn, weil RERAs nur ausgewertet werden, wenn Atemanstrengung und Hirnströme erfasst sind. Die Einordnung gehört in die Hand des Schlafmediziners. Die Zielseite beschreibt, wie sich Schnarchen und Schlafapnoe unterscheiden.
Weiterlesen: Abklärung & Medizin
Das gehört dazu
- Septumplastik
- Positionsabhängiges Schnarchen
- Muskeltonus im Schlaf
- Mundatmung
- Unterkieferrücklage (Retrognathie)
- Kiefergelenk
- Halsumfang
- Monoblock-Schiene
Was oft gefragt wird
Was ist der Unterschied zwischen RDI und AHI?
Der AHI zählt Apnoen und Hypopnoen pro Stunde Schlaf. Der RDI nimmt zusätzlich atemanstrengungsbedingte Weckreaktionen auf, die keine Hypopnoe-Kriterien erfüllen. Er bildet deshalb auch leichtere Atemstörungen ab, die im AHI nicht erscheinen.
Was ist ein RERA?
RERA steht für respiratory effort-related arousal. Gemeint ist eine Folge von Atemzügen mit zunehmender Anstrengung, die in einer Weckreaktion endet, ohne die Kriterien einer Apnoe oder Hypopnoe zu erfüllen. RERAs sind typisch für das Syndrom des erhöhten oberen Atemwegswiderstands.
Wofür wird der RDI in der Therapie genutzt?
Bei der Einstellung einer Überdrucktherapie dient er als Zielgröße. Die DGSM-Leitlinie nennt als Therapieziel einen RDI unter 5 pro Stunde und eine minimale Sauerstoffsättigung über 90 Prozent; optimal ist dieser Wert auch im REM-Schlaf und ohne Weckreaktionen.
Steht der RDI in jedem Schlafbefund?
Nein. RERAs lassen sich nur auswerten, wenn Atemanstrengung und Hirnströme gemessen werden, also typischerweise bei einer Polysomnographie im Schlaflabor. Einfachere Heimmessungen geben meist nur AHI und Sauerstoffwerte an. Fehlt der RDI im Befund, kann der Arzt sagen, ob eine erweiterte Messung sinnvoll ist.
Quellen
Nächster Schritt
Schnarch-Check starten