Glossar

Intraoralscan

Intraoralscan gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Ein Intraoralscan ist die digitale Form der Abformung. Eine handgeführte Kamera wird über Zahnreihen und Zahnfleisch bewegt und setzt aus einer schnellen Bildfolge ein dreidimensionales Modell zusammen. Die Daten gehen als Datei an das Dentallabor, das daraus eine Schiene konstruiert oder ein Modell druckt.

Kurz eingeordnet

Die S1-Leitlinie zur Unterkieferprotrusionsschiene stellt analoge und digitale Abformung gleich. Welches Verfahren eingesetzt wird, entscheidet die Präferenz der Behandler. Die Anforderungen bleiben dieselben: Unterschnitte und Weichgewebe müssen vollständig dargestellt sein, Beläge und gelockerte Zähne sind zu berücksichtigen. Auch die Bisslage lässt sich digital erfassen, indem beide Kiefer in der gewünschten Position gemeinsam gescannt werden. Im Labor entsteht die Schiene dann entweder über ein gedrucktes Modell oder direkt aus den Daten, gefräst oder gedruckt.

Der Scan arbeitet optisch, ohne Röntgenstrahlung und ohne Abformmasse. Für Menschen mit starkem Würgereiz kann das angenehmer sein. Die Daten lassen sich speichern und erneut an ein Labor senden, ohne dass ein Gipsmodell verschickt werden muss. Grenzen setzen Speichel, schwer zugängliche Bereiche im hinteren Mund und das Gerät selbst, das nicht jede Praxis besitzt. Ein Scan bildet den Zustand des Gebisses zu einem Zeitpunkt ab. Verändern sich Zähne oder Füllungen, ist für eine neue Schiene ein neuer Scan nötig.

In der Praxis

Für eine Schnarchschiene braucht das Labor einen Scan von Ober- und Unterkiefer sowie die Bisslage in der Startposition. Ob die Praxis scannt oder klassisch abformt, ist nach der Leitlinie gleichwertig. Wichtiger ist, dass die Bissposition sorgfältig bestimmt wird. Wer zwischen beiden Verfahren wählen kann, entscheidet nach Komfort. Vor dem Scan sollten die Zähne sauber sein, weil Beläge das digitale Modell ebenso verfälschen wie einen Abdruck.

Weiterlesen: Protrusionsschiene

Das gehört dazu

Häufige Fragen

Ist ein Intraoralscan genauer als ein Abdruck?

Die S1-Leitlinie zur Unterkieferprotrusionsschiene stellt beide Verfahren gleich und nennt keine Rangfolge. Die Genauigkeit hängt bei beiden Methoden von Sorgfalt, Gerät oder Material und der vollständigen Erfassung der Zahnreihen ab.

Ist ein Intraoralscan mit Strahlung verbunden?

Nein. Der Scanner arbeitet mit sichtbarem Licht und einer Kamera, ähnlich einer Videoaufnahme. Röntgenstrahlung kommt dabei nicht zum Einsatz. Röntgenbilder werden nur angefertigt, wenn die Zahnarztpraxis sie aus anderen Gründen für nötig hält.

Kann ein alter Scan für eine Ersatzschiene genutzt werden?

Nur wenn sich Zähne und Füllungen seitdem nicht verändert haben. Auch sieht die S1-Leitlinie bei einer Erneuerung der Schiene eine erneute Bewertung der Indikation durch Arzt und Zahnarzt vor. In der Regel wird deshalb neu gescannt.

Wie läuft ein Intraoralscan ab?

Die Zahnärztin führt einen stiftartigen Scankopf langsam über alle Zahnflächen beider Kiefer. Auf dem Bildschirm wächst dabei das 3D-Modell. Anschließend beißt man in der gewünschten Position zusammen, damit der Scanner die Bisslage erfasst.

Nächster Schritt

Schnarch-Check starten