Glossar

Gaumensegelschnarchen

Kurze Definition, Einordnung, verwandte Begriffe: Diese Seite ist der Einstieg zu Gaumensegelschnarchen.

Definition

Gaumensegelschnarchen ist Schnarchen, bei dem das Geräusch durch das Flattern von Gaumensegel und Zäpfchen im Atemstrom entsteht. Es klingt tief und meist gleichmäßig. Bei reinem Schnarchen ohne Atemaussetzer ist es nach den schlafendoskopischen Studien der HNO-Leitlinie die vorherrschende Form, mit Schwingungen von vorn nach hinten.

Was dahinter steckt

Für Menschen mit diesem Schnarchtyp beschreibt die Leitlinie operative Wege in gestufter Invasivität. Bei der interstitiellen Radiofrequenztherapie wird Energie in den Weichgaumen eingebracht; in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie besserte sich die Schnarchintensität in der behandelten Gruppe, nicht aber in der Placebogruppe. Weitere Verfahren sind Gaumenimplantate sowie Uvulopalatoplastiken, auch laser- oder radiofrequenzunterstützt. Die Uvulopalatopharyngoplastik als invasivste Option soll nur nach strenger Indikation erfolgen; bei per Schlafendoskopie ausgewählten Patienten berichtet die Leitlinie eine subjektive Besserung bei 79 Prozent.

Wichtig für die Erwartung ist der Langzeitverlauf. Nach kombinierter Radiofrequenzbehandlung nahm die Schnarchintensität in einer Untersuchung nach anderthalb Jahren wieder zu, ähnliche Verläufe nach Radiofrequenz beschreibt die Leitlinie nach durchschnittlich gut 40 Monaten. Nach einer laserunterstützten Gaumenplastik stieg die Intensität nach 36 bis 50 Monaten wieder an, blieb aber deutlich unter dem Ausgangswert. Nicht empfohlen werden Öle, Sprays oder Befeuchtungslösungen für den Gaumen: In zwei placebokontrollierten Studien zeigte ein ölbasiertes Spray keine Überlegenheit. Auch eine systemische medikamentöse Therapie lehnt die Leitlinie ab.

Bezug zum Schnarchen

Wer vermutet, dass das eigene Schnarchen vom Gaumen kommt, sollte zuerst eine Schlafapnoe ausschließen lassen und dann mit dem HNO-Arzt klären, ob der Gaumen die Hauptquelle ist. Für die Entscheidung zählen die Lokalisation, der Leidensdruck und die Bereitschaft, einen nachlassenden Effekt in Kauf zu nehmen. Als nicht-operative Alternative kommt eine Unterkieferprotrusionsschiene infrage. Welche Hinweise für Gaumen-, Nasen- oder Mundschnarchen sprechen, erläutert die Zielseite.

Weiterlesen: Ursachen des Schnarchens

Das gehört dazu

Häufige Fragen

Woran erkennt man Gaumensegelschnarchen?

Typisch ist ein tiefes, gleichmäßiges, flatterndes Geräusch ohne Atempausen. Akustisch liegt es nach HNO-Leitlinie überwiegend unterhalb von 500 Hertz. Sicher lokalisieren lässt sich die Quelle mit einer medikamentös induzierten Schlafendoskopie.

Hält eine Gaumenstraffung dauerhaft?

Nicht immer. Die HNO-Leitlinie beschreibt nach Radiofrequenz- und laserunterstützten Eingriffen eine erneute Zunahme der Schnarchintensität nach Monaten bis Jahren; nach der laserunterstützten Variante blieb sie dabei unter dem Ausgangswert. Wer sich behandeln lässt, sollte diese Möglichkeit kennen.

Helfen Gaumensprays oder Öle gegen Schnarchen?

Laut HNO-Leitlinie gibt es keine überzeugenden Studien dafür. In zwei placebokontrollierten Untersuchungen war ein ölbasiertes Spray einer Kontrolllösung nicht überlegen. Die Leitlinie empfiehlt die lokale Anwendung von Ölen und Sprays deshalb nicht.

Was ist eine Uvulopalatopharyngoplastik?

Ein Eingriff, bei dem Gewebe von Gaumensegel, Zäpfchen und Rachen entfernt und der Gaumen gestrafft wird, meist zusammen mit einer Mandelentfernung. Wegen höherer Morbidität und Komplikationsrate soll die Indikation laut Leitlinie streng gestellt werden.

Nächster Schritt

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