Glossar

Nasenatmung

Was Nasenatmung bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen — die Einordnung dahinter ist entscheidend. Hier steht beides, kurz und nachvollziehbar.

Definition

Nasenatmung ist das Ein- und Ausatmen durch die Nase bei geschlossenem Mund, die übliche Atemform in Ruhe und im Schlaf. Auf dem Weg durch Nasenklappe und Nasenhaupthöhlen wird die Luft gereinigt, angewärmt und befeuchtet. Ist die Nasenatmung behindert, steigt der Atemwiderstand und Schläfer weichen häufiger auf den Mund aus.

Was dahinter steckt

Die HNO-Leitlinie zum Schnarchen zählt eine Nasenatmungsbehinderung neben Alter, Geschlecht, Rauchen, Körpergewicht, Gaumenhyperplasie und Alkohol zu den in Studien identifizierten Risikofaktoren. Die Nase selbst schnarcht nicht, weil ihr knöchernes und knorpeliges Gerüst kaum schwingt. Eine behinderte Nasenatmung wirkt aber als Co-Faktor: Der stärkere Sog beim Einatmen kann nachgeschaltete Weichteile im Rachen zum Flattern bringen. Bemerkenswert ist der Hinweis der Leitlinie, dass Betroffenen eine eingeschränkte Nasenatmung manchmal erst bewusst wird, wenn sie bei einem Test probeweise verbessert wird.

Für die Behandlung nennt die Leitlinie abgestufte Wege. Liegt die Engstelle an der Nasenklappe, sollte ein Therapieversuch mit internen oder externen Dilatatoren angeboten werden. Abschwellende Nasensprays eignen sich nur kurzfristig, um den Effekt einer Operation an den Nasenmuscheln zu simulieren. Für kortisonhaltige Nasensprays fand die Leitlinie widersprüchliche Studien. Nasenoperationen sollen Schnarchern angeboten werden, die zugleich eine behinderte Nasenatmung haben. Eine verlegte Nase verdient zudem unabhängig vom Schnarchen eine eigene Abklärung, weil dahinter behandelbare Erkrankungen stecken können.

In der Praxis

Ein einfacher Hinweis für Betroffene ist die Frage, ob das Schnarchen bei Schnupfen lauter und bei freier Nase leiser wird. Wer dauerhaft schlecht durch die Nase atmet, sollte die Ursache beim HNO-Arzt untersuchen lassen, statt jahrelang abschwellende Sprays zu nutzen. Die Untersuchung der Nase empfiehlt die Leitlinie bei behinderter Nasenatmung ausdrücklich und hält sie auch ohne Beschwerden für sinnvoll. Wie die Nase nachts frei wird, beschreibt die Zielseite.

Weiterlesen: Nase & Mund

Verwandte Begriffe

Fragen und Antworten

Kann man eine behinderte Nasenatmung übersehen?

Ja. Die HNO-Leitlinie weist darauf hin, dass manchen Patienten erst durch probeweise Manöver zur Verbesserung der Nasenatmung bewusst wird, dass ihre Nase eingeschränkt war. Deshalb kann eine Untersuchung der Nase auch ohne geschilderte Beschwerden sinnvoll sein.

Wie lange darf man abschwellendes Nasenspray verwenden?

Nur kurzfristig. Längerer Gebrauch kann die Nasenschleimhaut schädigen, weshalb die HNO-Leitlinie solche Sprays nicht als Dauertherapie empfiehlt. Die genaue Anwendungsdauer steht in der Packungsbeilage; bei anhaltender Verstopfung gehört die Ursache ärztlich geklärt.

Hilft kortisonhaltiges Nasenspray gegen Schnarchen?

Die Studienlage ist uneinheitlich. Eine placebokontrollierte Studie fand keine Verbesserung des Schnarchens, eine neuere Studie dagegen eine signifikante Abnahme von Schnarchscore und Intensität. Sinnvoll ist ein solches Spray vor allem, wenn eine allergische Rhinitis die Nase verlegt.

Bringt eine Nasenoperation weniger Schnarchen?

Bei Schnarchern mit behinderter Nasenatmung empfiehlt die HNO-Leitlinie, eine Nasenoperation anzubieten. Für Menschen ohne subjektive Atembehinderung kann sie mangels Evidenz keine Aussage treffen. Die Operation verbessert in erster Linie die Nasenatmung; ob das Schnarchen leiser wird, bleibt individuell offen.

Nächster Schritt

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