Glossar

Adenotomie

Adenotomie gehört zu den Begriffen, die beim Thema Schnarchen vorausgesetzt, aber selten erklärt werden. Diese Seite liefert die Definition und ordnet den Begriff ein.

Definition

Die Adenotomie ist die operative Entfernung der vergrößerten Rachenmandel, die oben im Nasenrachen hinter der Nase sitzt. Im Volksmund heißt der Eingriff oft Polypen-OP, obwohl die Rachenmandel keine Polypen sind. Er betrifft vor allem Kinder, bei denen die Rachenmandel die Nasenatmung behindert.

Was dahinter steckt

Die Rachenmandel, fachlich Adenoide, gehört wie die Gaumenmandeln zum lymphatischen Gewebe im Rachen. Laut gesundheitsinformation.de behindert eine vergrößerte Rachenmandel in erster Linie die Nasenatmung. Kinder atmen dann durch den Mund, schnarchen, haben häufiger Schnupfen und Mittelohrentzündungen. Behindert die Rachenmandel die Belüftung des Mittelohrs, kann sich dort Flüssigkeit sammeln. Ein solcher Paukenerguss beeinträchtigt das Hören und in der Folge die Sprachentwicklung. Dauerhafte Mundatmung kann Fehlstellungen im Kiefer, einen offenen Biss und eine veränderte Zungenlage begünstigen.

Behandelt wird je nach Ausprägung. Bei leichteren Beschwerden ist Abwarten mit regelmäßiger HNO-Kontrolle sinnvoll, weil sich die Mandeln mit den Jahren zurückbilden können. Ein Kortison-Nasenspray kann die Rachenmandel verkleinern und die Nasenatmung verbessern, auf die Gaumenmandeln wirkt es nicht. Bei der Adenotomie wird die Rachenmandel größtenteils entfernt. Sind zusätzlich die Gaumenmandeln vergrößert, kombinieren HNO-Ärzte den Eingriff mit einer Tonsillotomie oder Tonsillektomie. Bei anhaltendem Paukenerguss kommt oft ein Paukenröhrchen dazu, das das Mittelohr belüftet.

In der Praxis

Schnarcht ein Kind dauerhaft, atmet nachts mit offenem Mund oder ist tagsüber auffällig unruhig, lohnt sich ein Termin in der kinderärztlichen Praxis. Dort wird bei Bedarf an eine HNO-Praxis überwiesen. Eltern helfen mit genauen Beobachtungen: Wie laut ist das Schnarchen, gibt es Atemaussetzer, wie oft ist das Kind erkältet. Gelegentliches leises Schnarchen bei Schnupfen ist laut IQWiG kein Grund zur Sorge.

Weiterlesen: Mandel-OP (Tonsillektomie) gegen Schnarchen

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Sind Polypen und Rachenmandel dasselbe?

Nein, im Volksmund werden sie aber oft verwechselt. Bei Kindern ist mit Polypen meist die vergrößerte Rachenmandel gemeint. Echte Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, die vor allem Erwachsene betreffen.

Gibt es Alternativen zur Operation?

Ja. Bei leichteren Beschwerden kommt Abwarten mit regelmäßiger HNO-Kontrolle infrage, weil sich die Rachenmandel mit dem Wachstum zurückbilden kann. Ein Kortison-Nasenspray kann die Rachenmandel verkleinern und die Nasenatmung verbessern. Die Entscheidung trifft man gemeinsam mit der HNO-Praxis.

Woran merken Eltern, dass die Rachenmandel stört?

Typisch sind nächtliches Schnarchen, Atmen mit offenem Mund, häufiger Schnupfen, eine kloßige Sprache und wiederkehrende Mittelohrentzündungen. Hört ein Kind schlechter, kann ein Paukenerguss dahinterstehen. Die HNO-Praxis prüft Rachen, Ohren und Gehör.

Wird die Rachenmandel komplett entfernt?

Laut IQWiG wird sie bei der Adenotomie größtenteils entfernt. Ziel ist, den Nasenrachen freizumachen und die Belüftung von Nase und Mittelohr zu verbessern. Über Ablauf und Risiken klärt die operierende Praxis vorab auf.

Nächster Schritt

Schnarch-Check starten