Gaumen & Operation
Nasenscheidewand-OP
Operation, bei der eine schiefe Nasenscheidewand begradigt wird, um die Nasenatmung zu verbessern.
Kurz beantwortet
Eine Nasenscheidewand-OP kann das Schnarchen subjektiv bessern, wenn eine verkrümmte Scheidewand die Nasenatmung behindert. Die S3-Leitlinie empfiehlt sie für diese Gruppe, ein objektiver Nachweis der Schnarchreduktion fehlt aber. Ohne behinderte Nasenatmung ist laut Leitlinie keine Aussage zur Wirkung möglich. Primärer Zweck des Eingriffs ist die freie Nase.
Die Nasenscheidewand trennt die beiden Nasenhaupthöhlen. Ist sie deutlich verkrümmt, engt sie eine oder beide Seiten ein, und die Nasenatmung ist dauerhaft behindert. Bei der Septumplastik begradigt die Operateurin oder der Operateur verkrümmte Anteile von Knorpel und Knochen oder entfernt sie teilweise. Das IQWiG-Portal gesundheitsinformation.de beschreibt, dass dabei häufig auch die Nasenmuscheln verkleinert werden.
Zum Schnarchtyp: Die Nase selbst vibriert wegen ihres festen Gerüsts nicht; Schnarchgeräusche entstehen im Rachen. Eine behinderte Nasenatmung kann das Schnarchen aber als Ko-Faktor begünstigen, etwa über Mundatmung. gesundheitsinformation.de nennt Schnarchen als mögliche Folge der Mundatmung bei verkrümmter Nasenscheidewand. Die Operation ist deshalb für Menschen gedacht, die eine dauerhaft eingeschränkte Nasenatmung haben und zusätzlich schnarchen; das Schnarchen allein ist kein Grund für den Eingriff.
Zum Belegstand: Die S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ hat vier Arbeiten zur Nasenchirurgie bei Schnarchen ausgewertet. Danach kann eine Nasenoperation das Schnarchen in der Wahrnehmung des Bettpartners mindern, ein objektiver Nachweis gelang bisher nicht. Im Vergleich mit Gaumen- und Kieferoperationen fiel der Effekt eher gering aus. Die Leitlinie empfiehlt, Schnarchern mit gleichzeitig bestehender Nasenatmungsbehinderung eine Nasenoperation anzubieten (Evidenzlevel 3b, Empfehlungsgrad B). Ohne subjektive Nasenatmungsbehinderung ist eine Aussage zur Wirksamkeit mangels Evidenz nicht möglich. gesundheitsinformation.de hält fest, dass Studien eine Linderung der Nasenbeschwerden zeigen, der langfristige Nutzen aber nicht ausreichend untersucht ist.
Zum Ablauf: Vor der Operation klärt eine HNO-ärztliche Untersuchung, ob die Scheidewand die Ursache der behinderten Nasenatmung ist. Zur Simulation einer Operation an den Nasenmuscheln kann laut Leitlinie kurzfristig ein abschwellendes Nasenspray erwogen werden. Zu den Risiken des Eingriffs zählen laut gesundheitsinformation.de unter anderem Blutungen und Infektionen.
Grenzen: Wer auch mit freier Nase schnarcht, wird durch die Operation allein kaum leiser, denn die Engstelle im Rachen bleibt unverändert. Bei Atemaussetzern oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit steht die schlafmedizinische Abklärung an erster Stelle, bevor über eine Operation entschieden wird.
Konservativ lassen sich Engstellen am Naseneingang mit dem Nasenspreizer / Nasendilatator gegen Schnarchen oder dem Nasenpflaster / Nasenstrips gegen Schnarchen testen. Die Muscheln behandelt Nasenmuschelverkleinerung gegen Schnarchen; Ursachen und Erkennung beschreibt Verkrümmte Nasenscheidewand.
Die wichtigsten Fakten
| Wirkprinzip | Septumplastik: Verkrümmte Anteile von Knorpel und Knochen der Nasenscheidewand werden begradigt oder entfernt; oft werden zugleich die Nasenmuscheln verkleinert. |
|---|---|
| Schnarchtyp | Schnarchen bei behinderter Nasenatmung durch eine verkrümmte Nasenscheidewand. |
| Belegstand | Bei Schnarchern mit Nasenatmungsbehinderung sollte eine Nasenoperation angeboten werden; subjektive Besserung des Schnarchens möglich, objektiver Nachweis fehlt (Evidenzlevel 3b, Empfehlungsgrad B; S3-Leitlinie Schnarchen AWMF 017-068, Stand 03/2019); langfristiger Nutzen nicht ausreichend untersucht (gesundheitsinformation.de, Stand 02/2026). |
| Bezugsweg | HNO-Praxis zur Diagnose, Operation in HNO-Klinik oder operierender Praxis. |
| Für wen nicht | Für Schnarcher ohne behinderte Nasenatmung, da für sie laut Leitlinie keine Aussage zur Wirksamkeit möglich ist. |
| Kostenübernahme | Vorab mit der Krankenkasse klären; laut S3-Leitlinie gehören nicht alle Verfahren zur Schnarchtherapie zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (AWMF 017-068, Stand 03/2019). |
Was oft gefragt wird
Hört das Schnarchen nach einer Nasenscheidewand-OP auf?
Nicht verlässlich. Laut S3-Leitlinie kann sich das Schnarchen in der Wahrnehmung des Partners bessern, ein objektiver Nachweis fehlt, und im Vergleich mit Gaumen- oder Kieferoperationen war der Effekt eher gering. Hauptziel ist die freie Nasenatmung.
Wann ist eine Nasenscheidewand-OP gegen Schnarchen sinnvoll?
Wenn eine verkrümmte Nasenscheidewand die Nasenatmung dauerhaft behindert und zusätzlich geschnarcht wird. Für Schnarcher ohne behinderte Nasenatmung ist laut Leitlinie keine Aussage zur Wirksamkeit möglich, dort ist der Eingriff nicht begründet.
Welche Risiken hat die Operation?
gesundheitsinformation.de nennt als mögliche Komplikationen unter anderem Blutungen und Infektionen. Die individuelle Aufklärung vor dem Eingriff erklärt weitere Risiken und den erwarteten Heilungsverlauf, der von Umfang und Technik der Operation abhängt.
Kann man den Effekt vor der Operation testen?
Teilweise. Nasendilatatoren zeigen über einige Nächte, ob eine Weitung am Naseneingang hilft. Zur Simulation einer Operation an den Nasenmuscheln kann laut Leitlinie kurzfristig ein abschwellendes Nasenspray erwogen werden, jedoch nicht als Dauerlösung.
Quellen
Passt das zu meinem Schnarchen?
Der Schnarch-Check grenzt den Schnarchtyp in zwei Minuten ein.
Weitere Mittel dieser Gruppe
- Anti-Schnarch-Spray (Rachenspray)
- Radiofrequenztherapie (Somnoplastik)
- Laser-OP am Gaumen (LAUP)
- Gaumensegel-OP (UPPP)
- Nasenmuschelverkleinerung
- Mandel-OP (Tonsillektomie)
- Zungenschrittmacher (nur bei Schlafapnoe)
Nächster Schritt
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